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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
Entstehung
Seite
134
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Gewölk durch den sonnenlosen Himmel und senkten sich wieGewölk in die Wälder nieder der halbe Mond hing überder Erde ein kleiner fremder Schatten so groß wie einHerz lies fürchterlich neben ihm, er sah auf, cs war derSchatten eines langsam schwebenden Geiers. Er riß sichdurch Maienthal, er sah nicht den entblätterten Garten undDahoreS verschlossenes Haus, sondern lies durch die Kasta-nicnallee der Trauerbirke entgegen.-

Aber unter den Kastanien am Orte, wo ihn Flamintödten wollte, sah er KlotildenS welke Federnelke mit demblutigen Kelch-Tropfen liegen . . . Und da noch eine Lerche,die letzte Sängerin der Natur, über dem Garten zitterte undallen Frühlingen des Lebens mit zu heißen Tönen nachricfund daö Herz mit einem unendlichen tödtlichen Sehnen durch-schnitt: so weinte mein Viktor laut hinauf, und als er obenans dem Grabe die großen Lüstern Thränen abgcwischt hatte,stand Klotilde vor ihm.

Er erzitterte einmal und verstummte .... Sie kanntekaum die abgebleichte Gestalt und fragte zitternd:Siesind's? Sehen wir uns wieder?" Seine Seele war aus-einandergetrieben und er sagte, aber in anderem Sinn:wirsehen uns wieder." Sie blühte, durch die Reise genesen.Aber Blut war in ihrem Schnupftuch eS war das Blut,das Emanuel unter dem Duell in der Allee aus seinem Bu-sen vergossen. Er starrte fragend das Blut an sie wiesauf das Grab und verhüllte ihr weinendes Auge. Mitder Frage:Ist Ihr H. Vater gekommen?" wollte die Gutesanft ablenkcn aber sie lenkte ihn an sein Grab seinAuge suchte wild den Raum zur letzten kühlen Grotte desLebens sie hatte ihren sanften Geliebten niemals so ge-