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sehen und wollte seine Seele mildern durch stilles Erinnernan Emanuel — sie füllte die leere Stelle ihres Brieses ausund erzählte, wie gefaßt und still der Todte aus Englandgegangen und vorher beim Abschiede in eine außerordentlichtiefe Höhle des vcrfallnen Tempels alle seine ostindischenBlumen, drei Bilder, beschriebene Palmblätter und geliebteAschcnsammlungcn hinabgesenkt habe. . . .
Viktor war außer sich — er stemmte seine Hand aufsthaukalte nasse gelbe Grab — er weinte in Einem fort undkonnte die Geliebte nicht mehr sehen — er stürzte an ihrenbebenden Mund und gab ihr den Abschiedkuß des Todes. Erdurfte sie küssen, denn Todte haben keinen Rang. Er fühlteihre strömenden Thränen und eine harte Sehnsucht ergriffihn, diese Thränen hervorzureizen; aber er konnte nur nichtreden. Er erstickte ihre Worte durch Küsse und seine durchQual. Endlich konnte er sagen: „lebe wohl!" Sie wandsich erschrocken los und blickte ihn an mit größer» Thränenund sagte: „wie ist Ihnen? Sie brechen mir das Herz?"— Er sagte: „nur meines muß brechen!" und riß das Herzvon Wachs heraus und quetschte es auf dem Grabe ausein-ander und sagte: „ich opfrc dir mein Herz, Emanuel, ich„opfre dir mein Herz." Und als Klotildc fürchtend entflohenwar: könnt' er ihr nur mit erschöpften Tönen noch Nach-rufen: „lebe wohl, lebe wohl!"