„dir bitten, damit mein geschmücktes Herz unter der letzten„Blume des Lebens verwese. — Ich werde wol so nah vor„dir bluten, himmlische Mörderin, wie die Leiche vor der„Mörderin, aber doch nur innerlich, und jeder Bluttropfe„wird blos von einem Gedanken auf den andern fallen. —„Dann endlich werd' ich lange verstummen und gehen und„auf immer und nur sagen und mehr nicht: „denk' an mich,
„Geliebte, aber sei glücklicher als bisher."-Wo werd'
„ich dann gehen nach einer Stunde? Ich werde gehen auf„dem öden stummen Wege zum giftigen Buo-Upas-Baum„zum einsam stehenden Tode und dort ganz allein sterben,
„ganz allein.-Die Todten sind Stumme, sie haben
„Glocken, und ein Stummer wird im Blauen schweben und„die Todtcnglocke läuten . . . O Klotilde, Klotilde, dann ist„unsere Liebe auf der Erde vorüber!"
Kennst du, Leser, noch die Stimme, die in seinem In-nern allzeit unter dem Weinen der Musik im Tonfall derVerse erklang? Hier klingt sie wieder. — Aber sein Orkandes Entschlusses machte bald sanfteren Thaten und StundenPlatz, so wie der Herbststurm der Tag- und Nachtgleichc sichin stille Nachsommertage auflösete. Der Gedanke: „in eini-gen Wochen flüchtest du unter die Erde," machte ihn zumFreigebornen und zum Engel. Er verzieh jedem, sogardem Evangelisten. Er füllte seine kleine Sphäre mit einemLebens - Nachflor von Tugenden, und widmete seine kurzenStunden nicht süßen Phantasien, sondern dürftigen Kranken.
Dieser Giftbaum steht in einer kahlen Wüste, weil er allesum sich tobtet, und der Miffethätcr reiset einsam zu seinemGift, aber er kehret selten zurück.