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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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war, zum Fürsten zu gehen mit einer nackten Bitte um des-sen Begnadignng. Tausend Aufopferungen unterbleiben, weilman nicht ganz gewiß ist, daß ste ihre rechten Früchte brin-gen. Aber Viktor ging doch; er hatte sich die goldne Regelgemacht: für den Andern auch dann zu handeln,wenn der Erfolg nicht gewiß zu hoffen ist. Dennwollten wir erst diese Gewißheit abwarten: so würden Auf-opferungen eben so selten als unverdienstlich werden.

Er ging zum Fürsten nach langer Zeit zum erstenmalhatte den Nachtheil wider sich, eine lange Abwesenheit miteiner Bitte zu endigen sprach mit dem Feuer des Einsa-men für seinen Flamin flehte den Fürsten um den Auf-schub des Schicksals desselben an, bis der Lord wiederkehrte erhielt die Entscheidung:Ihr H. Vater und ich müsseneS blos der Justiz überlassen," und wurde kalt und stolzverabschiedet.

Jetzo gerade, am 5. September dieses Jahres, wo einegroße Sonnensinsterniß die Seele wie die Erde trübe undbange machte, setzo hatte das Wasserrad des Schicksals denersten Thränenkrug in seiner Brust gefüllt es wälzte sick-weiter und der zweite floß über: Klotildens Brief kam den22. September zu Herbstes Anfang an.

Theurer Freund!

Ihr H. Vater war in London noch zu Anfang des Fe-bruars und hatte viel französischen Briefwechsel; dannging er ab nach Deutschland, und seitdem weiß meine Mut-ter nichts von ihm. Das Schicksal wache über sein wichti-ges Leben. An drei Eiden*), die seine Abwesenheit unauf-

*) Diese Eide der Verschwiegenheit hatte sich bekanntlich der