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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
Entstehung
Seite
109
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der Kaplan, die unterirdische Brodsrucht dem Boden einver-leibe; überhaupt sannen beide der Kartoffelnallee scharf nach,und ihre Augen waren die Linienthcilcr der Beete. DerKaplan hatte schon vorher dem Ackerpflug hinter einem Di-vpterlineal nachgesehen und nachgeholfcn, damit das Feld, umwelches ich und die Reichögerichtlichen nmi»l>r^ jetzo stehen,in gleiche PriSmata oder Beete ausgeschnitten wurde. Alsbeide Abends nach Hause kamen mit großem Ernst und klei-nen Wämmsern: so hatt' ihn das ganze Haus lieb zum Fres-sen; und die Pfarrerin fragte ihn, was er in seinem Wamms,wenn ihm die Kammerherrin begegnet wäre, gemacht hätte,eine Verbeugung, eine Entschuldigung oder nichts?

O du liebes Deutschland! (rief er und schlug die Händezusammen) soll sich denn das ganze Land keinen Spaß machen,als den der Hof dckretirt?" (Viktor sah hier den alten tau-ben Kutscher Zcusel an; denn jede humoristische Ergießungrichtete er ordentlicher Weise an den, der sie am wenigstenverstand; ich will's aber hier an die Patrizier und memliragerichtet wissen)GibtS denn, mein lieber Mann, hier zuLande nichts als Galgen und Zimmerleute und Justizbeam-ten, ich meine so, daß also die ersten keine Art anrühren,wenn nicht die letzten damit den ersten Hieb gethan? WillEr denn alle Narrheiten wie die Moden von oben herabbekommen, wie ein Wind allemal in den obern Luftgegen-den sauset, eh' er unten an unsere Fenster anpseift? Undwo ist denn ein Reichöabschied oder ein Vikariatkonklusum,das einem Reichs-Deutschen verböte, närrisch zu scyn? Ichhoffe, Zeusel, eS soll noch eine Zeit kommen, wo Er undich und jeder so viel Verstand hat, daß er seinen eigenenhat und seine eigene aus seinem Fleisch und Blut gezeugte