Druckschrift 
6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
Entstehung
Seite
107
Einzelbild herunterladen
 

107

größer« Jammer getrieben; denn Flamins Leiden führtenwieder die Freundschaft für ihn in seinen Busen ein, ob-wol verkappt in den Domino der Menschenliebe. Ermußt' es erwarten, aber er könnt' nicht errathen, ob derLord komme oder lebe welches beides durch dessen Schwei-gen und durch die Unsichtbarkeit deö fünften Fürstensohneswenig für sich hatte. Zuletzt stand er in Furcht vor dem Schlaf, zumal dem nachmittäglichen; denn^der Schlummerlegt zwar seine Sommernacht über unsere Gegenwart wieüber eine Zukunft, er zieht zwei Augenliedcr wie den erste»Verband über die Wunden des Menschen und deckt mit ei-nem kleinen Traume ein Schlachtfeld zu; aber wenn er wie-der weggeht mit seinem Mantel, so fallen die hungrigenSchmerzen desto heißer auf den nackten Menschen los, unterStichen fährt er aus dem ruhigern Traume empor, und dieVernunft muß die ausgesetzte Kur, den vergessenen Trost vonvorn anfangen. Und doch du gutes Schicksal! zeig-test du unserem Viktor noch einen abendröthlichen Streif anseinem weiten Nachthimmcl; es war die Hoffnung, von Klo-tilden, die fein Herz nicht mehr die Seinige nennen durfte,vielleicht einen Brief ans London zu erhalten ....

Ich wollte dieses Kapitel erstlich mit der Nachricht schlie-ßen, daß die Kapitel in immer weiterm Zeiträume und inkleinerem Format einlanfen welches das Ende der Historiebezeichnet und nachher mit der Bitte, nicht übel zunehmen, daß die Leute darin immer romantischer spielen undspekuliren; das Unglück macht romantisch, nicht der Biograph.

Aber ich schließe gar nicht eben der letztem Bittewegen sondern frische lieber im Kopf des Lesers dasBild des alten lustigen Viktors ein wenig auf, den er sich