Lastvieh eines einzigen Reiters mit ihren Gliedern zusammen-schlingcn und verschränken — daß der Lord, sag' ich, diesesonst erhabne Seele, auch seinen Viktor zu sehr zum Arbeit-zeuge seiner Tugend verbrauchet hatte. Aber er vcrgab'S demMann, dem er doch nichts vorzuwcrfen hatte, als daß er nurdie Gütigkeiten eines Vaters gehabt, ohne die Rechte desselben.
Da Viktor niemand den Hof mehr machte: so wolltenatürlich der Apotheker ihm auch keinen mehr machen. Je-ner lächelte dazu und dachte: „so sollte jeder gute Hofmann„handeln, und wie ein geschickter Fährmann in seinem Boote„allemal die Seite verlassen, die sinkt, und auf die andere„übertreten." Zeusel trat über zum begünstigten Brunnen-doktor Kuhlpepper, dessen Einsichten man die Heilung Jennerszuschrieb, die vom Sommer herkam, und er legte sich hin,um mit seiner kleinen Schlangcnzunge die Füße zu lecken, inderen Ferse er vorher mit seinem Giftgebiß gestochen hatte— aber Grobiane vergeben nie; Kuhlpepper verachtete den„Neunundneunziger" und der Neunundneunziger wieder mei-nen HofmedikuS, wiewol er ihn auS Furcht — wie der Fürstaus Gemächlichkeit — weder vor den Kopf noch aus demHause zu stoßen wagte.
Armer Viktor! der Unglückliche braucht Thätigkcit wieder Glückliche Ruhe; und doch mußtest du gebunden in dieZukunft wie in ein ausgedehntes herantreibendcS Gewitterschauen. — Du konntest sie weder verdrängen, noch lenken,noch beschleunigen, und hattest nicht einmal den Trost, demSchmerze die Waffen zu schmieden, und wie Simson denKrampf der Qual durch Erschütterungen der Säulen auszu-laffcn und — auszulöschen! — Er konnte nicht einmal fürden gefangenen Liebling etwas thun, den er in einen noch