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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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als die höchsten Töne verstummten und wieder einschnittenund länger verstummten und tiefer einschnitten: so zittertenHarmonikaglocken unter den Menschen, die auf ihnen stan-den, damit das einschneidende Schwirren jeden Bebenden zer-legte. Und eine hohe Gestalt, um die ein dunkles Wölk-chen zog, trat auf in einem weißen Schleier und sagte melo-disch:vergehet süßer an Tönen."

Ach! sie wären vergangen und gern vergangen an derWehmuth der Melodie, wenn jedes Herz das Herz, nach demes schmachtete, an seiner Brust gehalten hätte; aber jederweinte noch einsam ohne seinen Geliebten fort.

Endlich schlug die Gestalt den weißen Schleier auf undder Engel des Endes stand vor den Menschen. DasWölkchen, das um ihn ging, war die Zeit sobald er dasWölkchen ergriffe, so würde er's zerdrücken, und die Zeit unddie Menschen wären vernichtet.

Als der Engel des Endes sich entschleiert hatte: lächelteer die Menschen unbeschreiblich lieblich an, um ihr Herz durchWonne und durch das Lächeln zu zertreiben. Und ein sanf-tes Licht siel aus seinen Augen aus alle Gestalten, und jedersah die Seele vor sich stehen, die er am meisten liebteund als sie einander vor Liebe sterbend anschauctcn und anf-gelösct dem Engel nachlächelten: griff er nach dem nahenWölkchen aber er erreichte eS nicht.

Plötzlich sah jeder neben sich noch einmal Sich daszweite Ich zitterte durchsichtig neben dem ersten und beidelächelten sich zerstörend an und wurden mit einander höher das Herz, das im Menschen bebte, hing noch einmal be-bend im zweiten Ich und sah sich darin sterben.-

O da mußte jeder von seinem Ich zu seinem Geliebten