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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
Entstehung
Seite
62
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rinnende Ancn auf Wolken! Magischer Genius! tritt indiese heilige Nacht vor einen Menschen, der nicht schläft, undwende deinen über fl orten Spiegel aus mein offnes Auge,damit ich darin die clyfische Lichtwelt, die mit unserm Erd-schatten kämpfet, in der doppelten Verfinsterung als eineblasse Luna sehe*) und male!-

Die entzückte Stimme des Todtcn rief:sei gegrüßct,du stilles Elysium! o du schimmerndes Land der Ruhe! nimmden neuen Schatten aus ach wie glimmst du sanftwie wehest du sanft wie ruhest du sanft" ....

Emanuels Augen waren aufgegangen; aber in seinemGehirn brannte der clysische Wahnsinn, er sei gestorben underwache in der zweiten Welt. O du Ueberseliger! dich um-fing ja auch ein blinkendes Eden ach dieses Schimmern,dieses Wehen, dieses Duften, dieses Ruhen war zu schön füreine Erde. Der Mond überwebte mit Silberfäden wie mitfliegendem Sommergespinnste das Nacht-Grün von Blattzu Blatt, von Bäumen zu Bäumen reichte die Funkendcckedes überstralten NegcnS über allen Wassern wankten flim-mernde Nebelbänke ein leises Wehen warf tropfende Edel-steine von den Zweigen in die Silberflüsse die Bäumeund die Berge stiegen wie Niesen in die Nacht der ewigeHimmel stand über den fallenden Funken, über den eilendenDüften, über den spielenden Blättern, er allein unveränder-lich, mit festen Sonnen, mit dem ewigen Welten-Bogen, groß,kühl, licht und blau. So glimmte, so duftete, so lispelte,so zauberte niemals ein Thal....

Die Sonne wird in ihrer Verfinsterung durch den Mondvon uns im bcffortcn Spiegel angcschauet.