zugleich zu weinen und zu ermahnen an: daß ein Menschan die fünfte Bitte im Vaterunser denken müsse — daßein Landgeistlicher mit schlechtem Erfolge seinem geistlichenSchasstall Versöhnung predige, wenn er seinen Sohn in derStadt habe, der unter der Predigt sich schießet — und daßFlamin nie sagen solle, er sei sein Sohn gewesen, wenn erin einem Duelle entweder umkomme oder umbringe. — Beinichts fuhr in Flamin der Sturmwind seines Zorns so leichtaus der Höhle, als bei einer kläglichen Stimme und beilangen Religionedikten: „um Gottes Willen, schrie Flamin,„lassen Sie es nun genug seyn — Gott soll mich strafen,„in alle Ewigkeit will ich verloren seyn, ich schwör's Ihnen,„rühr' ich ihn nur noch an." Dieser entfahrne Eid warherrlicher Lederzucker und weiches Gefrornes für den heißenHofkaplan, der aus Vergessen seines Geschäftganges setzo inder Meinung stand, die Verlobung sei dem Rcgierratheschon ganz gut bekannt. „Meinst du nicht, Sohn, (sagt' er„froh) daß ein solcher Schwur einen besorgten Vater wie„Spatregen erfrischt und letzt, zumal da ich mich seit ihrer„Verlobung mit ihm gar nichts bcffers zu versehen hatte„als Mord und Todtschlag? Hab' ich Recht oder nicht?" —Flamin hob durch eine einzige Frage die Decke von diesemmörderischen gewaffneten Gespenstc seines Herzens ab —und nun hörte er seinen Vater nicht mehr; bleich, vollKrämpfe saß er still da — die Lehne des Stuhls knarrteunter seinem Druck — die Uhrkette wickelte und schnürte erum seine Finger und riß sie ab und klemmte das Trummwieder um den wunden Finger und zerbröckelte es — inseinen gläsernen Augen standen zwei dicke feste kalte Tro-pfen — sein Herz kroch leer und entkräftet vor einer nahen
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten