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6 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : viertes Heftlein
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Empfindens, nicht Werkzeuge desselben oder gar es selber.Aber warum?

Ich habe mehr als ein Darum. Ein Körper ist nurder Bewegung fähig, ob sie gleich freilich nur der Scheinder gedachten Zusammensetzung und das Resultat der in ein-fache Theile verhüllten Kräfte ist. Die Saite, die Luft,die Gehörknöchelchen, die Gehörnerven erzittern; aber dieErzitterung der letzten erkläret so wenig das Empfinden einesTons als das Erzittern der Saite es könnte, wenn die Seelean diese gekettet wäre. So ist trotz aller Bilder im Augeund Gehirn das Ersehen derselben doch noch ungethanund unerklärt; oder ist wol darum, weil die Sinne Spie-gel voll Bilder find, etwa» das geistige Auge entbehrlichoder ersetzt? Und setzt die Veränderung des Nervens nichteine zweite in einem zweiten Wesen voraus, wenn sie sollbemerkt werden? Oder stellet sich in diesem Wesen wiedereine Bewegung die Bewegung vor?

Dieses bringt mich aufs Gehirn. Dieser größte undgröbste Nerve der Resonanzboden aller andern hältder Seele die Schattenrisse derer Bilder vor, die von denandern zugeführt wurden. Im Ganzen, glaub' ich, dient dasGehirn mehr den Muskelnerven, den Glieder-Zügeln, dieda in der Hand der Seele zusammenlaufen, und mehr allenüberhaupt als nährende Wurzel; aber weniger dient es alsReißzeug der malenden Seele. Da unsere meisten Vorstel-lungen auf grundirende Gefichtbilder aufgetragen find: sodenken wir wahrscheinlich mehr mit dem Sehnerven als mitdem Gehirn. Warum bemerkte Bonnet, daß tiefes Denkendie Augen und scharfes Sehen das Gehirn ermüde? Warumstumpfen gewisse Ausschweifungen zugleich das Gedächtniß