Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
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389
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Vennundzwanzigstes Kapitel.

Schwestern des heil. Andreas oder vom Kreuze.

(1806.)

Die Diöcesc Poiticrs sah im Jahre 1806 eine Genossenschaftvon Jungfrauen, welche sich einzig nur dem Unterrichte der Kinder»nd der Krankenpflege auf dem Lande widmen, in's Leben treten.

Fräulein Böchier, ans einer achtbaren Familie, war sotief durchdrungen von dem Elend, der Verlassenheit und Unwissenheitder Kinder auf dem Lande und von allen daraus für die Sittlichkeiterwachsenden Gefahren, daß sie sich im Jahre 1806 zur Beseitigungdieses Ucbelstandes mittelst Begründung einer neuen Erziehungs-und Versorgungsanstalt entschloß. Zu diesem Zwecke gründete siemit dem Opfer ihres Vermögens unter der Leitung Fournet's, ehe-maligen Geistlichen ihrer Pfarrei, das erste Haus der Schwesterschaftzu Mai öle. Sie ließ die künftigen Erziehcrinen daselbst für ihrenBeruf gehörig ausbilden und sendete sie dann mit Genehmigung derGencralvieare von PoitierS, welche die Nützlichkeit ihrer künftigenLeistungen einsahen, je zu zwei und zwei in die verschiedenen Dörfer.Diese Lehrerinen nun waren so bescheiden in allen Ansprüchenund so frugal in ihrer Lebensweise, daß sie überall mit Freudenausgenommen wurden; als Lehrerinen aber zeigten sie eine solcheKlarheit und Einfachheit in ihrer Methode, und eine so sanfteund liebevolle Behandlung der Kinder, daß sie bald Aller Herzengewannen. Sie ertheilten Unterricht in der Religion, im Lesen,Schreiben, Rechnen und in weiblichen Arbeiten; besuchten danebenalle Leidenden und Kranken tröstend und helfend und pflegend inihren Wohnungen. Dieses aber waren zu nothwendige Maßregelnzur Belebung der Religiosität und Sittlichkeit auf dem Lande, alsdaß das Ansehen der Kirche nicht auch in andern Diöcesen aufdie Verbreitung einer so nützlichen Anstalt bedacht gewesen wäre.So nun gründete die fromme Stifterin und erste Superiorin aufdie Einladung der Gcneralvieare von Paris zu Jssy, in der Näheder Hauptstadt, ein Haus zu gleichen Zwecken, wie das zu MaiSlö.Bald traten einige Jungfrauen in die Anstalt der Schwesterndes heil. Andreas (so hieß man sie hier; in Poitierö trugen