Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
372
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St. Laurent de CuveS statt fand, heutzutage zu Avrauches gehalten,und so nun ist die Genossenschaft unermüdlich in guten Beispiele»und frommen Hebungen; auch bildet sie Schulmeisterinen heran.

Fräulein Audran, Superiorin dieser Schwestern, widmetevierzig Jahre ihres thatigen Lebens der Erziehung der Jugend. Auchkaufte sie neben der Kirche St. Gervais ein HauS zu einem Noviziatcfür die Lehrcrincn. Ein tugendhafter Laie aber unterstützte dießherrliche Werk: Herr von Ncrdun de la Crenuc nämlich, ehemaligerGeneralmajor der Seearmce während des amerikanischen Krieges,der nun ganz den Nebungcn der Frömmigkeit lebte, machte für diesenZweck eine Schenkung von zweihundert Franken Staatsrcntcn, zurUnterweisung und Bildung einer gewissen Anzahl Lehrcrincn. Der-selbe Laie hatte sich vorgcnommcn, diese Stiftung zu vergrößern;allein der Tod ereilte ihn, noch ehe er seinen schönen Plan hatteausführcn können. Da aber diese Anstalt an Wachsthum gewann,so reichte der Fonds nicht mehr hin, und man nimmt daher heutzutageauch solche Mädchen auf, die für ihre Erziehung eine kleine Summeentrichten müssen. Das von Fräulein Andrem gekaufte Haus wurde so-fort von Fräulein Charnel, die in der Folge Vorsteherin war, vergrößert.

Wer übrigens in diesen dritten Orden ausgenommen werdenwill, muß keineswegs in dieses Haus eintrctcn, sondern kann seinNoviziat auch in der Welt erstehen. Alljährlich versammeln sich dieSchwestern an dem auf das Fest des heiligen Augustin folgendenSonntage zu Avrauches zu einer Rctraite, welche von den Geistlichender Diöeese Eoutances gehalten wird. Diese Rctraitcn nun werdenmit großen Feierlichkeiten begangen, und cs finden dabei die Cerc-monicn, die Annahme des Habits, die Gclübdcablegung u. s. w.statt. Die Schwestern tragen unter dem weltlichen Kleide ein Ordens-gcwand; man empfiehlt ihnen eine einfache Tracht; übrigens kleidetsich eine Jede nach ihrem Stande.

WaS nun die Lehrerinen anlangt, so gehen sie in die ihnenvon den Superioren angewiesenen Pfarreien und bleiben daselbst,bis sie ein neuer Befehl abruft. Sie gehen ganz allein in den Ortihrer Bestimmung, ohne daß man ihnen für eine Wohnung sorgt,oder irgend einen Gehalt gibt. Zudem übernehmen diese Schwesternauch die Krankenpflege.