Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
366
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unbeweglichen Güter und kennen unter keinem Vorwände zum Vor-theil der Congregation darüber verfügen, damit der Geist der Arumthwelcher die Seele aller religiösen Vereine ist, nicht gefährdet werde.Dagegen erbt der Verein die ganze bewegliche Hinterlassenschaftjeder verstorbenen Schwester. Gelübde oder jährliche Versprechungenwerden nicht abgelegt; die Schwestern versprechen bei ihrem Ein-tritte Gehorsam gegen die Generalsupcriorin und die Statuten,für so lange als sie in der Congregation bleiben werden. Das No-viziat dauert fünf Jahre; haben sic dabei nach einiger Zeit ihreBerufung bewährt und den nöthigen Unterricht genossen, so sendetman sie in verschiedene auswärtige Anstalten und ruft sic erst einJahr vor ihrer wirklichen Aufnahme in die Hauptanstalt zurück.Die Schwestern erziehen an den Orten, wo sic Häuser haben, armejunge Mädchen uncntgcldlich, Kinder von Vermöglichcn gegen einmäßiges Schulgeld und nehmen auch Zöglinge als Kostgängerinci,in ihre Häuser. Uebcrdieß beschäftigen sie sich mit der Pflege armerKranken in den Spitälern und in den Häusern und theilen Almosenauö. Zu diesem Zwecke erhalten die Novizinen einigen Unterrichtin der Arzncikundc, womit sie in so vielen beinahe ganz verlassenenGegenden die wesentlichsten Dienste leisten.

Die auf so weise Statuten gegründete Anstalt gedieh glücklich unterden Augen der Madame Tulard, als die Stiftcrin zwei Verluste zu erfah-ren hatte, welche eine weniger starke und weniger Gott vertrauende Seele

entmuthigt hätten. Es raubten ihr nämlich die Bankbillete unter der ^ReichSvcrweserci daö Vermögen, und das HaupthauS wurde ein ?Raub der Flammen. Allein dieser doppelte Unfall konnte sic nicht

cutmuthigcn, sondern gab ihrem Eifer nur noch eine doppelte Thä- >tigkcit. Geschützt voll der Vorsehung und von liebevollen Seelenunterstützt, ließ sie ihr Hauö wieder bauen und vervielfältigte ihre INiederlassungen. Eine Tochter Ludwigs XIV., Maria Anna deBourbon, vcrwittwcte Prinzessin von Conti, kannte und liebte dieCongregation und erwirkte ihr im Jahre 1722 vom Könige feierlicheBestätigung. Bald darauf starb Madame Tulard, nachdem sie diese ^Congregation 53 Jahre lang mit gleich großer Güte und Wachsam-keit regirt hatte, in einem Alter von 84 Jahren.

Die in ihrer Schule und nach ihrem Geiste gebildeten Schwe-