Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
324
Einzelbild herunterladen
 

zu ertragen hatten. Sie blieben in der Stadt, beobachteten ihreRegel und fuhren fort auch ohne klösterlichen Verband, so viel inihren Kräften stand, ihre Dienste zu leisten. Im Jahre 1801 riefman sic in das Hospital zurück; mit demselben Mnth, mit derselbenUncigennützigkcit lagen sie wieder den Anforderungen ihres Berufesob, wollten aber den Zuschuß, den ihnen das Hospital ausgeschthatte, nicht annehmen, sondern sich einzig nur auf die mäßige Un-terstützung beschränken, welche sie vom Gouvernement genießen.Noch heutzutage pflegen diese frommen Töchter die Kranken, über30 Chornonncn und acht Büßcrinen an der Zahl.

Achtes Kapitel.

Töchter der Vorsehung und der christlichen Vereinigung.

(1630.)

Maria Lumague (15991657) war von eilf Kindern daszweite, aus einer Familie, in der die Frömmigkeit das thcuersteErbe war. Ihre fromme Gesinnung befähigte sie zu einem religiösenBerufe; allein um den Willen ihrer Aelteru und Verwandten zuerfüllen, mußte sie sich im Jahre 1617 mit Franziskus de Pollalion,einem Hofeavalier Ludwigs XIII., verehelichen. Die Geburt einesMädchens, einer würdigen Erbin der Tugenden ihrer Mutter, bewies,daß Gott die unter seinen Auspieien geschlossene Ehe gesegnet habe.Allein der Tod Pollalion's, welchen der König zu seinem Residentenzu Ragnsa ernannt hatte, sollte seine Wittwe einer harten Prüfungunterwerfen. Sic verschmähte cs, sich von Neuem in den Ehestandzu begeben und nahm das Gewand des dritten Ordens des heiligenDominikus, um sich fürder nur ganz der Frömmigkeit zu widmen.Die Herzogin von Orleans, Gaston'S erste Gemahlin, ernannte siezur Erzieherin ihrer Kinder. Wohl war Frau Pollalion für denganzen Hof ein Musterbild der Erbauung; allein die Gefahren desHoflcbenö vermochten sie, ihn wiederum zu verlassen und sich auSschließlich der Erziehung ihrer Tochter zu widmen, welche sich imJahre 1639 mit Claude Chütelain, dem Königlichen Haushofmeisterverehelichte.