Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
319
Einzelbild herunterladen
 

Ihre charaktervolle und unermüdliche Stifterin errichtete bald in derBorstadt St. Antoine auf dem Platze la Roquctte ein zweites, zuRöchelte ein drittes, zu Patai, ihrem Geburtsorte, ein viertes Kloster.Später verbreitete sich diese Kongregation nach Toulouse, Bezicrs,Bourg en Presse, Pesennaö, St. Etieune aur Bois, Albi, Gaillat,Limour. Ihre Satzungen sind ziemlich herb und von dem drittenOrden des heil. Franziskus, welchem sie ursprünglich angchörtcn,entlehnt. Ihre Kleidung besteht aus einem aschgrauen Rocke mit einemweißen Strick gegürtet, an welchem sich drei Knoten befinden,einem Schleier und Mantel von gleicher Farbe und einem weißenSkapulier. Diese Hospitäler .sind ausschließlich für das weiblicheGeschlecht bestimmt.

'. Fünftes Kapitel.

Die Töchter des heilige» Kreuzes.

(1625.)

Die Töchter des heiligen Kreuzes sollten, nachdem siedurch unverbrüchliches Festhalten an den Aussprüchen des Evangeliumsan ihrer eigenen Vervollkommnung gearbeitet hatten, so viel an ihnenlag, zum Heile ihres ganzen Geschlechtes Mitwirken, die armenMädchen unterrichten, und sogar Mädchen und Wittwen zu Leh-rerinen hcranbilden, damit sie zur Erfüllung dieses erhabenen Be-rufes in die verschiedensten Orte geschickt werden könnten. Siesollten ferner der Kirche in den schwerbedrängten Zeiten dienen, undwerden in ihren Satzungen mit jenen tugendhaften Personen ver-glichen, welche ehedem die Kirche zur Ausübung wcrkthätiger Liebeaussandte.

Margaretha Senaur, Gattin des ParlamentsrathesRvmont de Garibal von Toulouse, hatte den Schleier der Domini-kanerinen genommen, weil ihr Gemahl Karthäuser geworden war,und stiftete in der Straße Charonne zu Paris ein Haus, von demsie im Jahre 1641 Besitz nahm, i Diese Töchter verbreiteten sich

^ Ma» darf diese Congregativ» keineswegs mit einer andern desselbenNamens verwechseln. Zu Rohe nämlich in der Picardie erhob sich im