Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
292
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Konnte übrigens auch der P. Barrö seiner Anstalt nicht dievollste Zufriedenheit zollen, so hatte er doch wenigstens den süßenTrost, durch seinen Rath an der Errichtung eines glücklichere,,Instituts Theil zu haben. Der Abbö de la Salle nämlich,welcher das Glück hatte, nneigennützige Lehrer zu besitzen, nahmmehr als ein Mal zu dessen Erfahrung seine Zuflucht und suchtein zweifelhaften und bedenklichen Fällen bei dessen tiefer und richtigerEinsicht in den Stand der Dinge Beruhigung.

Johann Baptist de la Salle (16511719) war zuRheims geboren und der Sohn eines Rathes beim Gerichte dieserStadt, welcher die große Freude hatte, zu sehen, wie sich von seinensieben Kindern drei dem Dienste Gottes widmeten. Johann Baptisthatte schon frühzeitig Freude an der Zurückgezogenheit und Fröm-migkeit an den Tag gelegt, als man dem erst 17 Jahre altenJünglinge ein Canonikat an der Metropole von Rheims gab. Wieder ehrwürdige Grignion de Montfort stand auch er in dem Semi-nar von Saint-Sulpice, wo er sich einige Zeit verweilte, unter derLeitung eines eben so weisen und erfahrungsreichen als frommenMannes, des Ludwig Tronson, der es recht wohl verstand, ihm denGeist dieses Hauses einzuflößen. Nach Rheims zurückgekehrt, empfieuger im Jahre 1678 die Priesterweihe. Dieser heilige Charakter ver-trug sich vollkommen mit der Bescheidenheit, mit der treuen Erfüllungseiner BcrufSpflichten und der ernsten Sittlichkeit, die dem jungenCanonikns die allgemeine Achtung und Verehrung erwarben. Einganz besonderer Umstand aber bestimmte seine Vorliebe zur Unter-weisung der Jugend. Er hatte sich nämlich unter die Gcwissens-lcitung des Abbö Roland, Doetors der Theologie, der im Jahre1674 eine Schwestergemeinschaft vom Jesuskind zur Haltung nneut-geldlicher Schulen gestiftet hatte, gestellt. Roland's Geist undtugendhafter Eifer ging auch auf de la Salle über; ja jener übertrugihm die Mitleitung seiner Schwestcrgemcinschaft, und da ihn dieHand des Todes bald nachdem sein Zögling die Priesterweiheempfangen hatte, hinwcgrastte, so wurde das ganze Werk diesemüberlassen. Er vollendete es glücklich, erhielt nicht allein die Zu-stimmung des Erzbischofes und der Magistrate von Rheims, so wiePatentbriefe von Seiten des Königs, sondern vermehrte auch die