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Der P. Nico laus Barr 6, ein Religiöse aus dem Ordender Minimen, dem der Unterricht der nicdcrn Klassen sehr am Herzenlag, unternahm es ebenfalls, christliche Lehrer hcranznbilden. Erfülltvon dem Geiste seines Standes, sah dieser Religiöse mit dem tief-sten Schmerze die Verlassenheit und Unwissenheit der Kinder auSden nicdern Ständen. Seit dem Jahre 1666 hatte er mit allemEifer an der Erziehung der Mädchen gearbeitet; allein im Jahre1678 beschäftigte er sich eben so mit der dcr Knaben, undsachte min eine Art von Seminarien zu errichten, in denen Lehrerund Lchrcrinen für die Schulen herangcbildet werden sollten. DieseSeminarien sollten, wie die Schulen, denen sie Vorgesetzte verschaffensollten, von einander getrennt seyn. Rouen und Paris erhielten,dem P. Barrü sei eS gedankt, für Lehrerinen zwei Seminarien unterdem Namen: christliche und liebreiche S ch ulen dcs heiligcnJesuskindes und der Töchter von der Vorsehung. DieseAnstalt verbreitete sich in mehreren Provinzen, und besteht nochjetzt. Leider hatte die Anstalt für männliche Individuen nicht den-selben glücklichen Fortgang.
Nach Barrv's Statuten ist es den Brüdern nicht erlaubt, Mäd-chen, von welchem Alter sic auch seyn mögen, in ihre Schulen zunehmen, noch den Schwestern, Knaben zu unterrichten, so jung dieseauch seyn mögen. Eben so sind auch gegenseitige Besuche derBruder und Schwestern strenge verboten; dabei müssen sie, nachdcn Anordnungen dcS Superiors, ihren Wohnort mit einem andernvertauschen. Dcr Unterricht ist natürlich unentgeldlich, und dasAimehmcn dcr Geschenke von Seiten wohlhabender Acltern untersagt.Au Sonn- und Festtagen halten die Brüder Unterweisungen undgeistliche Unterredungen mit erwachsenen männlichen, und dieSchwestern mit weiblichen Individuen. Dcr Superior hat auch dieSchulen in dcr Stadt und auf dem Land von Zeit zu Zeit zu besuchenund zu visitiren. Da ihre Häuser dem Jesuskinde und der heiligstenJungfrau geweiht sind, so sind die vornehmsten Feste für sie Weih-nachten, Pfingsten und Mariä Reinigung, an welchen Tagen sieihren Entschluß erneuern, Gott durch getreue Erfüllung ihrer Amts-pflichten würdig zu dienen.
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