214
Noch im 17ten Jahrhundert waren die Jesuiten als Missionärenach ISpaHan, der damals unermeßlich großen Hauptstadt Per-siens, auf Befehl dcS heiligen Vaters gekommen. Insbesonderewar diese Stadt bedeutend wegen der zahlreichen Armenier, die seitAbbas Mirza die ungeheure Vorstadt Djulpha bewohnten,und unter denen sich auch ziemlich viele Katholiken befanden.
Die Katholiken aber waren der Hilfe um so bedürftiger, alssie von doppelten Feinden, den Schismatikern und Muhamcdanern,zugleich bedrängt waren. WaS ober die Missionäre bei den Ver-folgungen, die über ihre Heerdcn bercinbrachen, an Trost und Hilfegespendet haben, läßt sich nicht ermessen.
Mssionslhätijikcit -er Jesuiten -ei -e» Mnronitcn.
Die Maronitcn, welche hauptsächlich auf dem Libanon undzwar dem Theilc, der Keöroan heißt, von Beirut bis gegen Tri-polis hin, wohnen, hatten in den frühsten Zeiten (im Anfänge dcS7ten christlichen Jahrhunderts) das Unglück gehabt, von der Kircheabzusatlcn und den monothcletischcn Jrrthümcrn anzuhängen, derenletzter Zufluchtsort ihr Gebirge gewesen war. ' Erst spät entsagte»sic dem Monothcletiömnö und vereinigten sich mit der römisch-katho-lischen Kirche (1182).
Bischöfe und Mönche 2 verdienen das Lob eines strengen Lebensund reinen Wandels. Allein die Armnth des CleruS, der sich mitseiner Hände Arbeit den Lebensunterhalt erwerben muß, war vonjeher ein bedeutendes Hindernis; seiner Ausbildung und seiner Wirk-samkeit. So kam cs, daß diese Christen in eine tiefe Ignoranz
> Den Namen Marvniten haben sie von ihrem Patriarchen und poli-tischen Oberhanptc Johannes Maro». Bergt, über sie: Universalgeschichte-er christlichen Kirche. Lehrbuch für aka-emische Vorlesungen von JohannesAlzog, Doktor -er Theologie und Professor -er C'regcfc und Kirchengeschichteam erzbischöflichen klerikal-Seminar zu Posen. Dritte nmgearbeitete undvermehrte Auflage. Main;, Druck und Verlag von Florian Knpferberg. 18U,S. 3Ül. 702. 703 nn- 896.
- Es gibt unter -en Maroniten etwa 35 Kloster von -er Regel des heit.Antonins, l t vom Orden des heil. Jesaias, endlich noch viele andere, welche un-mittelbar unter dem Patriarchen stehen. Außerdem gibt es noch viele Eremitenin den Höhlen und Klüften. Die maronitischen Nonnen, am Libanon, gehenheutzutage barfüßig; sie haben einen Leibrock von branner Serge mit einem schwarz-ledernen Gürtel und einem rauchfarbigen Ueberrock von Ziegenhaaren.