lich streuten sie nun den Samen des Evangeliums vier Monate langaus, bis der Statthalter bei Hof als Freund der Ausländer ange-schwärzt und dcßwcgcn aller seiner Aemtcr entsetzt wurde. Jetzt mußtenauch die beiden Jesuiten China verlassen, damit nicht ihre Anwesen-heit ihm den völligen Untergang bereitete.
Während es Rogcrius am wenigsten vermuthete, erschien aufciu Mal zu Maeao ein Einladungsschreiben des Statthalters zuSciauguin. Bald verfügte sich Roger in Begleitung des nachmalsso berühmten Matthäus Rieci dorthin. Nunmehr erhielten sieeinen schönen Platz zu einer Kirche, deren Bau sie mancher Hinder-nisse nnerachtet glücklich vollendeten, sowie auch schützende Privilegien.Bei dem großen Eifer der Chinesen, neue Schriften zu lesen, wurdesofort für gut gefunden, neben mündlichem Unterricht auch Druck-schriften zu verbreiten, in denen die Grundlehren des Christenthumsund die zehn Gebote auf eine einfache und klare Weise ansciuandcr-gcsetzt und die chinesischen Jrrthümcr bündig widerlegt waren. Sogewannen unsere unverdrossenen Missionäre durch Wort und Schriftdie Geister so sehr, daß in Kurzem viele vornehme und gelehrteChinesen „das heilsame Wasser begehrten, welches die Sünden auS-löscht."
Täglich wuchs das Ansehen der fremden Lehrer, welche die Ver-achtung der Chinesen gegen Alles, was europäisch ist, zu vernichtenwußten. Vorzüglich geschickt aber wußten sie von mathematischenFragen, mit welchen sich die Chinesen ausnehmend gern beschäftigten,auf den Glauben übcrzugehen und so die Keime desselben in die Her-zen zu pflanzen. So konnten sie bald mehr als vierzig gut vorbeircitete Neulinge taufen, und nachdem sie den Vorsteher des Colle-giums zu Macao nnd zwei Mitarbeiter hcrbcigerufen hatten, nichtnur in benachbarten Städten die Erstlinge des Glaubens einsammeln,sondern bereits sich zur großem Ernte anschicken. Leider ging jetztschon ein Unstern über dem Haupte dieser in Liebe thätigcn Missio-näre auf; denn eS starb der alte ihnen so günstige Unterkönig, undder neue gestattete ihnen blos noch, in dem Götzenklostcr Nanhoa beider Stadt Mrucei zu verweilen, wo sic jedoch mehrere Götzendienerfür das Christenthum gewinnen konnten.
Sofort gewann Rieci durch seine Gelehrsamkeit zu Nan quin