Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
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Er begab sich daher wieder nach Europa, um wenigstens hier amHeile der Seelen zu arbeiten. Allein eine solche Ausgabe verlangtKenntnisse, und JgnatinS ließ cs sich daher nicht verdrießen, unter denKnaben, obwohl schon dreißig Jahre alt, zu Barcelona seine Studienzu beginnen, welche er zu Aleala und Salanianca fortsetzte. Andiesen verschiedenen Orten zeigte er überall seinen Geist, Seelen zugewinnen, seine Liebe, Almosen zu sammeln, und sein Eifer imPredigen riß ihn stets wieder von den Studien menschlicher Wissen-schaft hinweg. Aber wegen seines Strebens, sich Schüler zu sammeln,wurde er zu Aleala und Salamanea verfolgt, ' und entschloß sichdaher, sich nach Paris zu begeben, das damals die berühmteste Uni-versität der Welt besaß. Im Februar 1528 kam er hier an, undbcgcinn seine Studien wiederum mit allem Eifer. Bald vermochteer mehrere Studirende, am Sonntage mit ihm gemeinschaftlich demGebete und frommen Hebungen obzuliegen, was ihm boshafte Ver-läumdungen und manche Unannehmlichkeiten, ja Untersuchungenzuzog, aus denen er jedoch jedes Mal gereinigt hcrvorging.

Als nun JgnatinS seine philologischen und philosophischenStudien vollendet hatte, ward er Magister und begann bei denDominikanern das Studium der Theologie. Bald schloß sich zwischenIgnatius, Pierre Le Füvre (Petrus Faber) aus Savoyen,Franz Lavier, einem reichen sehr gebildeten Edelmann auöNavarra und Jakob Lainez aus Castilien und noch sechsanderen Jünglingen, die sich durch Kenntnisse und Frömmigkeitgleich ehrenvoll auszeichneten, ein enges und dauerhaftes Band.Glücklich, diese Bekanntschaft gemacht zu haben, sah in ihnenJgnatinS die ersten Anfänge einer ungeheuren Gesellschaft, welche

' Scheu zu Aleala mußte Ignatius eiu Opfer der Verläumduug werden.Als er nämlich noch in dieser Stadt studirtc, lebte er, in dem dortigen Spi-tale wohnend, bloS Von Almosen und ging in einer ärmliche» Kleidung ein-her. Er erklärte auch den Kindern den Katechismus mit einer ungemeinenGewandtheit. In dem Spitalc selbst hielt er Wohlthätigkeitsvereine und be-kehrte mehrere verstockte Sünder. Eine so außerordentliche Lebensweise nungewann ihm viele Bewunderer, zog ihm aber auch manche Feinde zu, die ihnsogar als einen Anhänger einer gewissen Schwärmersekte beschuldigten, welchesich die Erleuchteten (Alumbrados) nannten und eben damals in Spanienmit dem Bannstuche belegt waren. Ignatius ward sogar vor die Inquisition zuToledo geladen, die ihn jedoch als unschuldig erfand.

Gcsch. der Mönchsorden, II.

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