Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
95
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wollen," und zog sich mit wenigen Braven in die Citadelle zurück,scsi entschlossen, diese mit seinem Leben zn vertheidigen. Als nundie Franzosen die Citadelle stürmten, stürzte ihnen Loyola, den Degenin der Faust, mit einem Häuflein entgegen und focht begeistert Allenvoran, bis er, durch einen Schuß am Beine gefährlich verwundet,betäubt zu Boden sank. Die Andern ließen nun den Muth sinkenund übergaben die Citadelle den Franzosen. Diese aber ehrtenLoyola's Hcldenmuth und verpflegten ihn getreulich in Pampclona.

Nach einigen Tagen ließ sich unser Held zur Heilung seinerWunde auf sein väterliches Schloß bringen. Dort mußte ereine äußerst schmerzhafte Operation anshaltcn und lange Zeit daöBett hüten. Er wollte daher die Furchen des Unmuthö durch Lek-türe vertreiben, und zufälliger Weise wurden ihm in Ermangelungweltlicher Schriften Lebensbeschreibungen der Heiligen cingchändigt.

Bei Durchlesnng derselben kamen ihm seine früheren Verirrungenstets lebhafter vor Augen, das Feld der Buße öffnete sich ihm undeS stieg in ihm der Gedanke auf, die Welt zu verlassen und einRitter Jesu Christi und der heiligen Jungfrau zu werden (wieman sich im Geiste der Zeit damals auödrückte). Indessen wardas Opfer noch nicht vollendet, und der eitle Wunsch, das Hinkenzu vermeiden, bewog ihn, eine frische Operation zu erstehen, beiwelcher ihn die Geduld nicht verließ und er selbst seine Miene nichtveränderte. Endlich siegten in ihm die Gedanken zur Besserung,und der Entschluß, sich einer ganz christlichen Ritterschaft zu widmen.

Nach seiner Genesung begab er sich in die BenediktinerabteiMontserrat, legte hier einem in großem Rufe der Heiligkeit ^stehenden Mönche unter häufigen Thräucn eine Gcneralbcichte abund weihte sich durch das Gelübde der Keuschheit dem Herrn. Schonin dem am Fuße des Berges liegenden Dörfchen hatte er seine ^reiche Kleidung mit dem Pilgcrgcwande vertauscht. Von seinemBeichtvater zu seinem Vorhaben ermuthigt, empfieng er am FesteMariä Verkündigung 1522 Morgens früh die heilige Communion,verließ Montserrat, hieng seinen Degen an einem Pfeiler deö AltarSauf, um dadurch anzuzeigcn, daß er nunmehr dem weltlichen Kriegs-dienste entsage, und reiste als ein armer Pilger nach Manresa,einem kleinen Städtchen, wo ein Dominikanerkloster nebst einem