dcm Heiligen, und besonders vor Allein, was sich auf die Sakra-mente und die Ceremonien beim Gottesdienste bezieht. Mit solchenBeschäftigungen verbanden sie regelmäßige Hebungen, das geistigeGebet und die Absingung des Offieiumö im Chor. Allein dieRcalisirnng dieses Riesenplanes ward auf einmal gehindert, alsdas Heer Carls V. und an seiner Spitze der Connctable von Bour-bon, welcher Frankreich verlassen hatte, um sich an den Kaiseranzuschließen, Rone im Sturme nahm (0. Mai 1527). Bei diesemUnglücke verloren auch die Theatiner ihr erstes und einziges Haus.Sie zogen sich nach Venedig zurück und arbeiteten an der Wieder-herstellung ihrer Anstalt. Glücklicher Weise erhielten sie hier dieKirche des heil. Nievlas Tolcntino; bald darauf eine mäßige Nie-derlassung zu Neapel und die schöne Kirche St. Paolo Maggiore.Von Venedig aus verbreitete sich dieser Orden in mehreren italieni-schen Provinzen, und als Caraffa unter dem Namen Paul IV. denpäpstlichen Stuhl bestieg, so durste man an der glücklichen Ver-breitung der Theatiner nicht mehr zweifeln. Jetzt überschritten sieItaliens Grenzen, verbreiteten sich nach Frankreich, Deutschlandund bis nach Polen. Besonders hatte sich Baiern ihrer Gegen-wart zu erfreuen. Sie schickten auch Missionäre in andereWcltthcile.
Indessen war, so viele Gründe man auch zu der Hoffnunghatte, daß der Orden sich glücklich gestalten werde, eine völligeVerwirklichung des frommen Planes nicht gesichert. Sehr vieleGeistlichen wollten sich dem Joche des Rcligiosenlebens nicht unter-werfen; allmählig ließ sogar der Eifer der Thcatincr selbst nachund sie befolgten ihre Regel nicht »lehr in ihrem strengen Sinne.Zudem begann sofort die Blüthezeit der Jesuiten, mit denen mansie mehr als ein Mal zu einer Gesellschaft vereinigen wollte. Alleines stellten sich stets von beiden Seiten Schwierigkeiten in den Weg,welche diese Vereinigung nicht zu Stande kommen ließen. Sowaren endlich die Theatiner ein Mönchsorden geworden, der zwarreicher, heut zu Tage aber nicht so thätig ist, als er es anfangswar. Ihre Satzungen sind sehr milde: zweimal des Tages betensie eine halbe Stunde; fasten nur im Advent; halten wöchentlichnur ein Bußkapitel im Refektorium vor dem Mittagessen, wobei