zunick. Jetzt verzichtete er auf seine Ehrcnstelle, trat iu die Con-grcgatiou der Brüderschaft deö heiligen Hieronymus und lag mitderen Gliedern, die meistens von niederer Abkunft waren, pflicht-getreu ihren Diensten der Krankenpflege ob. Sein Beichtvater, I. B.von Crcma, ein Dominikaner, trieb ihn an, nach Venedig zu gehen,und sodann nach geprüfter Kraft im Predigen und Bekehren sichnach Rom zu begeben. Hier schloß er nun innige Freundschaft mitJohannPcter von Caraffa (einemSohne des Jos.Anton Caraffa,des Grafen von Matalone), Bischof zu Theate. Beide fühlten rechtwohl das Bedürfniß einer Sittenvcrbcssernng unter dem Clerus.Zu demselben Plane vereinigten sich mit ihnen Bonifazio di Colleund Paolo Consiglicri. So denn wollten sic einen Orden gründe»,nm der verderbten Klosterzncht wieder anfznhelfen, den Heiden undgegen die Ketzer zu predigen, Seelsorge zu üben, Kranke zu pflegen,Verbrecher auf dem letzten Gange zu begleiten und bei absoluterArmnth, ohne irgend ein Bcsitzthnm und Einkommen, ja sogarohne zu Betteln, dem Vertrauen ans die Vorsehung sich ganz über-lassend — daher sic auch regnlirtc Kleriker von der göttlichen Pro-videnz genannt werden — von dem zu leben, was ihnen der Him-mel zur Fristnng ihres Lebens senden würde. Mit ihnen vcreingtensich noch acht von demselben Geiste durchdrungene Männer. Boni-fazio ließ sein Haus ans dem Marsfeld zu Rom zu einem Klostereinrichten und nach Besiegung mancher Schwierigkeiten, weil dieserEntschluß nicht den gewöhnlichen Gesetzen der Klugleit entsprach,genehmigte Papst Clemens VII. im Jahre 1524 ihre Anstalt, be-willigte ihnen die Privilegien der rcgulirteu Chorherrn der lateran-scheu Congrcgation, die drei feierlichen Gelübde auf die Regel desheil. Angustin, das Recht, für sich eigene Satzungen zu verfassenund alle drei Jahre einen Superior zu wählen. Caraffa, aufwelchen die erste Wahl fiel, war Bischof von Theate gewesen, unddarum erhielten sie den Namen Theatiner, während sie nachihrem Hauptstiftcr auch Ca je tan er genannt werden. Mit allemEifer arbeiteten sie jetzt an der Verbesserung der Sitten, hielten dieLaien zum öfter» Empfange der heil. Sakramente an, belebten imClerus wiederum den Geist der Uneigennützigkeit, der Regelmäßigkeitund des Eifers, weckten Liebe zu theologischen Studien, Achtung vor
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