Druckschrift 
1 (1854)
Entstehung
Seite
213
Einzelbild herunterladen
 

Achter Gesang.

813

Es sicht die Wehr, die, wenn zum KriegestanzeEr munter eilte, stets der Jüngling trug;Zerschellt und blutig liegt sic auf dem Grunde:Von Zorn und Mitleid giebt ein Jeder Kunde.

so.

Indes; im Lager nun Gerücht' entstandenUnd Zweifel um den Todten auferwacht.

Da ruft der fromme Gottfried Nlipranden,

Des Fähnleins Führer, das die Beute bracht'

Und sagt dem Mann, des; Geist er wohl verstanden.Zu sprechen frank und wahr, wie er gedacht:

Sprich, sagt er, wie bekamst du diese Wehre,

Verhehle nichts, so schlimm' als gute Mähre.

si.

Und Jener sagt: So weit von hier entlegen.Wie in zwei Tagen rüst'gc Boten gehn.

Trifft man ein Thal, abseits von allen Wegen,An Gaza's Grenzen, zwischen wald'gen Höhn.Von oben strömt ein frischer QucllenregenUnd läßt im Grase sich als Bächlein sehn.

Und herrlich kann dort in Gestrüpp und HeckenIm Schatten sich ein Hinterhalt verstecken.

Wir dachten, daß hier Heerdcn hergckommen.

Weil sich viel Futter und viel Gras dort fand,Da wird ein Leichnam von uns wahrgenomnlenIn seinem Blut an jenes Bächlein Rand:

Die blut'ge Wehr und Rüstung macht beklommenEin jedes Herz, sie ward sogleich erkannt.

Ich nahte mich, sein 'Antlitz zu beschauen.

Allein vom Rumpfe war das Haupt gehauen.