84
Vierter Gesang.
S5.
stich' hin zum Cbristenbcer! entfalte jedeFrau'nkunst, die locket zarter Gluth Gesköbn!
Bon Seufzern sei gebrochen deine Rede!
Mit heißen Tbrcincn sei gemischt dein Fleh»!Grschcinct deine Schönheit bittend blöde.
Kann dir das rohste Herz nicht widerstehn!
Verhüll' in Scham dein allzukühncS Wagen,
Der Wahrheit Kleid sei um den Trug geschlagen.
Gewinne Gottfried mit den süßen Blicken,
Ist'S möglich je, mit schöner Worte Klang,
Daß der verliebte Mann sich fühle drückenDes Krieges Last, in den voll Hast er drang!
Wo nicht, such' andre Ritter zu berücke»,
Führ' sie dahin, wo Rückkehr nie gelang!
Gr gicbt noch manchen Rath; und sagt ihr endlich,Nichts sei für Vaterland und Glauben schändlich.
Armida, schimmernd in der Jugend Fülle,Vertrauend auf den Zauber der Gestalt,
Nimmt diesen Auftrag an; und durch die StilleDer Nacht sie auf verborgnen, Pfade wallt.
Sie hofft, ihr üpp'gcr Reiz in schöner HülleBesiege erzumschirmte Kriegsgcwalt.
Doch manch' Gerücht schon war, eh' sic gekommenZum Lager, ausgcsprengt zu ihrem Frommen.
Die Jungfrau kan, nach kurzer Zeit dahin,Wo's Frankcnheer die Zelte hat geschlagen.
Und als die neue Lchönbeit dort erschien,Bestaunt man sic, und hört man leise Fragen,