In der Folge, als die landtäglichc Negierung gestürzt war,wurde der Plan wirklich vollzogen. Aber es geschah mit einerUebereilung, welche die Umtriebe verrietst, und sogar das Volk,das immer leichtgläubig gefolgt war, zum Argwohn reizte, daßdie Besetzung BündcnS von den Truppen des Kaisers nicht Vater-lands-, sondern FaktionSsachc gewesen.
So weit war von der andern Seite die Leidenschaft der patrio-tischen Partei nie gegangen. Sie verwandte sich vielmehr nach-drücklich beim Residenten Gniot, daß nie das arme Land von frän-kischen Truppen besetzt werde. Er empfing und zeigte mir mehrerezu dem Ende an ihn gerichtete Schreiben der Häupter der helve-tischen Partei; ich selbst bin im Besitz solcher Briefe, worin auchich beauftragt ward. Alles durch mündliche Vorstellungen beim Re-sidenten zu thnn, um den Einmarsch der Franken zu verhindern.
Erst nachdem Alles verloren war, als die Patrioten entwederHaus und Hof zu verlassen gezwungen waren, oder, nebst ihrenFamilien, Tag und Nacht mit Schrecken unter den morddrohendenHaufen leben mußten, scheinen sie zu ihrer Familien und ihresEigenthumes Sicherheit den Schutz fremder Waffen gewünschtzu haben. — Gniot selbst, welchem auch seine Feinde Red-lichkeit nicht abläugnen, nahm keinen Anstand, jenes lobcnswertheBemühen der Patrioten öffentlich zu bezeugen.
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In der Darstellung des Zweckes und Geistes der rhätischenParteien habe ich einen Vorgriff in die Erzählung vom Gang derBegebenheiten gethan.
Die landtägliche Regierung, stützenlos, unsicher, furchtsam,nahm im Anfänge des Augusts 1798 ihr Ende. Man weiß nicht,ob mehr die Schlauheit und Kraft ihrer Gegner, oder eigener