gcwichts zwischen vollziehender und gesetzgebender Gewalt, durchErschaffung von Ehrfurcht gegen bestehende Gesetze gewesen. Manwollte den Umtrieben und dem Verfolgungsgeist der Faktionendurch weise Wahlgesetze Schranken bauen, und den Wohlstand desLandes erhöhen durch Einführung des Rechtes der allgemeinenNiederlassung, und Aufhebung jenes Zwanges, der überall dieFortschritte des Landbaues, der Handlung, des Kunststeißes, derwissenschaftlichen Bildung lähmte.
Aber alle diese Plane verschwanden jetzt. Es blieb nach demUmsturz der Eidgenossenschaft nur die Frage übrig: „ist es Min-dens Interesse, sich an die Schweiz zu schließen, oder nicht?" oder,was eben so viel galt: „wer wird uns künftig beherrschen —Oesterreich oder Frankreich?"
Man war bald darin einig, daß es bei den bevorstehenden Stür-men in jedem Fall für Bünden räthlichcr sei, sich an das Landder Eidgenosse» zu schließen, und dessen Loos zu theilen, als sichzu vereinzeln, und schwach und beistandslos unterzugehen; — daßes bei den fortwährenden Revolutionen und Regimentswechseln derfränkischen Republik leichter sein werde, die alte Unabhängigkeit derAlpen zurückzugewinnen, als unter einer Monarchie, deren Grund-sätze denen des Freistaats entgegenstanden, deren Regierungsmari-men stetiger, wandelloser waren, deren Macht minder eigene»Schutz, als Erweiterung der Herrschaft bezielte; — daß Frankreichin einem künftigen Kriege, so furchtbar auch die neue Koalitionder Monarchen sein mochte, dennoch durch eigene Einigkeit undaller Koalitionen Zwietracht, durch Ueberlegenheit in Waffenkunst,Feldherrntalenten, National-Enthusiasmus endlich, als Sieger,ans dem Kampf gehen, und das Schicksal HelvetienS entscheidenwerde.
So sehr Erfahrung die Richtigkeit jener Ansicht bewährte, wardoch die Gegenpartei anderer Ueberzeugung. Ihren Grundsätzen