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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
Entstehung
Seite
262
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suchte Jeder die verlorene, schönere Welt wieder um sich her auf-zubanen, selbst mit Verzicht auf die Hoffnung, seine Freuden An-dern mitthcilcn zu können.

Es sind daher in den Gebirgen viele Familien, welche anser-wählte Privatbibliotheken besitzen; andere, welche Naturalienkam-mern anlcgten; andere, welche andere merkwürdige Sammlungenveranstalteten, je nachdem Vorliebe im Felde der Wissenschaftenihre Wahl lenkte. Die in verschiedenen Thälern des Landes zer-streuten Freunde der Literatur vereinigen sich zu Lese ge feil-sch asten. Die Auswahl der in denselben umlaufenden Schriftenehrt den Geist der Mitglieder. Jene, wenn auch fruchtlosen Ver-suche gelehrter Gesellschaften, sind Beweise vom Triebe des ge-bildeter« Volkstheils in Bünden, sich schönere Lebensgenüsse zugewinnen und wo möglich die unsichtbaren Bande der rohen Un-wissenheit zu zerfeilen, in welchen ein freies Volk die Früchte derFreiheit nie schmecken darf.*)

In den Hirtenstaaten gelten weder ausgebreitete Gelehrsamkeit,noch feiner Kunstsinn, als Güter, welche die Achtung des Volksfesseln. Sie stehen mit dem Gebnrtsadel in gleichem Preise; sindungangbare Münze» im Lande, mit denen nur in der Fremde ge-wuchert werden kann.

Der Einfluß der Wissenschaften auf die Sitten ist inzwischenunverkennbar, und rührt den Beobachter nirgends inniger, als da,wo der gebildete Mann isolirt steht, wie der verlorene Sprößlingeines fremden Volkstammes. Mitten in den Wildnissen romanti-scher Felsenwinkel finden wir uns plötzlich in den Zirkel der fcincrnWelt versetzt, in den Kreis lieblicher Familien, die durch Geistes-gcwandtheit, gefälligen Ton, zartes Gefühl uns bezaubern, ohne

*) Seit der StaatSumwälinng freut sich Bunden, neben andern Verbes-serungen, auch einer guten Kantonöschule zu Chur.