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Thale von Groden. Der unfruchtbare Winkel, zu arm seineKinder zu »ähren, zwang sie, von der Kunst zu heischen, was dieNatur verweigerte. Das harte, duftige Holz der Zirbelnußkiefer,welche die Hochgebirge liebt, der schneereine Alabaster, bei Clau-sen gebrochen, gibt Männern und Weibern und Kindern einträg-liche Beschäftigung. Mit geübter Hand schnitzen sie mancherlei Fi-guren, Thiergruppen, Kruzifire, Uhrgestelle u. s. w. Weit undbreit durch Deutschland, Holland und Rußland wird das Schnitz-werk von den Tyrolern vertragen. — Das Teferegger-Thalmacht dem Grödenthal den Ruhm des Kunstfleißes streitig. Wemsind die Wollenteppiche unbekannt, die in allen Hauptstädten unsersWelttheils der Tyroler ansbietet? Der Teferegger Bauer in seinemöden Waldthal ist nur Handelsmann, nicht Fabrikant. So wie dieTeppiche, kauft er die in Lienz, Hall, Innsbruck und andern Ortendes Tyrols verfertigten seidenartigen Lederhandschuhe ans, die an-genehmer Geruch und schöne Glasur empfiehlt, und trägt sie biszu den Toiletten der hnngarischcn Damen.
Sv hat jeder Kreis des Tyrols, und fast jedes Thal seineneigenen, selbstgewählten Industriezweig. Was aber alle Kreise, ohneUnterschied, dem Auslande liefern, sind — Hirten und Galanterie-krämer.
Nicht ohne Bewunderung kann man dies thätige Bergvolkbeobachten. Unter einem rauhen Himmel, zwischen Wäldern, Strö-men und Felsen bereitet der Tyroler den üppigen Städten Euro-pens Artikel des Lurus; vermehrt ihre Beguemlichkeiten, deren erselbst in seinen Wildnissen spottet; zieht von ihren ThorheitenZoll, und kehrt wohlhabend, und Menschenkenner, in die geliebteCinöde zurück. Keine Stadt, kein bedeutender Flecken des Tyrolsist ohne Manufakturen. Noveredo und Botze» liefern Seiden-strümpfe und Flöre der besten Gattung, Ala und Aviv Sammet-nnd Seidenstoffe, Innsbruck Dknntnch und Bänder; künstliche