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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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Es dauert nicht mehr lange, meine Herren, und es wird zwi-schen den beiden Hauptmächten des alten Welttheils, zwischen dembritischen und russischen Reich, eine polarische Spannung sichtbarwerden, die in der ganzen Kette der zwischen ihnen liegendenStaaten empfunden werden muß. Von diesen letztern Staatenfind Frankreich, Oesterreich und Preußen die bedeutendern.In diesem Augenblick ist durch den Sturz des Niesen Napoleonnoch der Schwerpunkt europäischer Politik gänzlich verrückt. Frank-reich neigt zu England; Oesterreich und Preußen zu Rußland. InKurzem wird Frankreich wieder nothwendtg mit Rußland gegenBritannien; wird Preußen und Oesterreich mit England gegenRußland gewendet stehen. Spanien, Portugal, Dänemarkund Schweden sind von der alten Höhe gefallen. Spantenkann nur tm Schoose der Armuth wiedergeboren werden.

Die Spannung europäischer Politik im Großen wiederholt sichunter allen einzelnen Völkern und Völkerschaften des alten Welt-theils gegen einander im Kleinen; von Nachbar zu Nachbar. DieEuropäer kennen sich unter einander viel zu gut. Daher trautKeiner dem Andern. Die Unnatur ist zu groß. ES wäre leichtMen geholfen. Dazu würde keine große Weisheit gehören, son-dern gute Gesinnung, reiner Beweggrund in Allem, und gesunderMenschenverstand über Alles. Daran gebricht's. Der Stärkereverschlingt die Rechte des Schwächer», und man verlangt dochgegenseitiges Vertrauen. Man vertheilt Länder und Völkerschaften,wie stumme Heerden, und verlangt Ehrfurcht für das Völkerrecht.Man tauscht gegenseitig große Landstriche und Unterthanen, nachKöpfen gezählt, aus, und verlangt doch Anhänglichkeit und Treuederselben. Man schreibt, ohne das Volk zu hören, Auflagen undGesetze aus, verringert dem Einzelnen damit den Genuß seinesEigenthums und Rechts, und fordert Vaterlandsliebe. Man be-soldet stehende Heere zum Schutze des Landes, und fordert im