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Ich wünschte Redner genug zu sein, um Ihnen, meine Herren,das Gefühl lebendig zn machen, welches mich, so lange ich anseuropäischem Boden wanderte, fast beständig drückte, weil sich mirbeständig daselbst das umgekehrte Verhältniß unscrs Zustandes zurSchau stellte. Denn bei nnS gilt der Mensch, was er in sichWerth ist; bei den Europäern nur nach dem eingebildeten Werth,welchen ihm sein äußeres Gepräge aufstcmpelt. Bei uns ge-nießen diejenigen das höchste Ansehen, welche als gute LandwirtheAndern zum Muster dienen, als Gewerbsleute großes Vermögensammelten, als Staatsmänner und Gesetzgeber weise Einrichtungentrafen. Wir sind keineswegs undankbar gegen die Tapfern, welchedurch Muth und Klugheit unsere Freiheit beschützten. Aber einPenn, ein Washington, ein Franklin und Alle, die sich umWerke des Friedens, um Anbau des Bodens, um öffentlichenWohlstand verdient machten, werden billig höher gepriesen, alsalle unsere Helden, deren wir doch im Freiheitskriege nie Mangelhatten, nie Mangel haben werden.
In Europa hingegen ist's, wie im Lande der Wilden, unsererNachbarn, wo der beste Krieger der größte Mann ist. Alles wirddort vom Kriege her und für den Krieg berechnet. Zur Einquar-tierung der Soldaten sind die Häuser der Städte und Dörfer be-nummert; zur Ergänzung des Heeres sind die Reiche im Innerneingetheilt; zur Bestreitung der Unkosten werden die Steuern er-hoben. Nicht den Erfindern nützlicher Dinge, nicht Gesetzgebernund Weisen, sondern rühmlich gefallenen Soldaten und glücklichenGeneralen, werden öffentliche Denkmale gesetzt. Die Fürsten gehenam liebsten in Soldateuuniformen, und Generale stehen den Kö-nigen näher, als die Weisesten der Nation. Bei vielen Völkernwird der Rang des bürgerlichen Beamten nach dem Maßstabe derMilitärstufen bestimmt. Und der Zweikampf, der Ueberrest destollen Faustrechts aus dem Mittelalter, der bei uns unehrlich und