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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
Entstehung
Seite
211
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für fremde Plane und Launen. Eine Regentenlaune, ein Mini-sterialplan hat wahrhaftig wenig Begeisterndes an sich.

Umgekehrt war dagegen während des allgemeinen Elendes inEuropa ein anderer Geist erwacht. Denn in der Noth vergißtsich Etikette, Konvenienz und Herkommen. Richtiger Verstand be-hauptet sein Recht, wenn alte Uebung nicht mehr aushilft. DieMinister der Höfe begriffen endlich, man müsse zusammenhalten.In den Heeren hatten sich während der langen Kriege endlicheinzelne geistvolle Männer anfgcschwnngen. Die Völker wußtenendlich, wofür sie zu kämpfen hatten, da man ihnen fast nichtsmehr, als die Augen zum Weinen gelassen hatte. Man schmei-chelte dem Bürgerständ; dieser redete lauter. Vom Throne herabsprach man endlich herzlicher. Regenten und Regierte hattenendlich nur ein und dasselbe Interesse. Man wartete den ge-legenen Augenblick zur Selbstthätigkeit ab. Er kam. Die Völker-schaften, zumal des nördlichen Deutschlands,, standen auf. IhreBewegung lockte die andern. Die Höfe folgten; manche mit Furchtund Zittern. Es war ein großes Auffahren. So mußte Napo-leon untergehen; et war nicht mehr zu retten. Er hatte sich selbstden Stab gebrochen. Alles war Naturnothwendigkeit. Sie zuverstehen, thun keine Folianten noth.

Als ich nach Europa kam, war England noch im vollen Sieger-stolz ; Deutschland im freudigen Taumel; Frankreich von Nnglücks-fällen betäubt und verwirrt. Es war ein seltenes und seltsamesSchauspiel. Das ganze Verhältniß von vorher war wie auf denKopf gestellt; das unterjochte Europa siegend, das siegreiche Frank-reich unterjocht. Im altväterlichen Europa ertönte, wie vormalsin Frankreich, die Sprache der lautern Vernunft; in Frankreichhingegen riefen die zurückgekehrten Emigranten das alte Herkom-men, die alten Privilegien, die alte gute Zeit zurück. Ein Jahrreicht hin zur Reform von Gebräuchen, kein Jahrhundert zur Re-