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lichkeit. Niemand wußte, wer sie verfaßt hatte; »nd wäre sie vvmfranzösischen Gesandtschaftsschrcibcr gekommen, so kam sie voneinem untergeordneten Angestellten, der sich ohne alle Vollmachtin Venedig befand. — Die Versammlung der Nathshcrren beimDuca hatte sich noch nicht von ihrem Erstaunen erholt, als Ni-cola Morosini, dem aufgetragen war, für die öffentliche Ruhe inder Stadt zu sorgen, Bericht sandte, er sehe Volksbewegungen vor.
Diese Botschaft steigerte das Schrecken und bestimmte die Ver-sammlung, Alles, was jenes Papier verlangte, treulich zu be-folgen. Indessen verzögerte sich die Vollziehung des Beschlussesnoch um vier Tage.
Endlich am 12. Mai ward der Große Nath versammelt. Eserschienen, sagt man, fünfhundert und sicbennnddreißig Glieder;also nicht einmal gesetzlich vollständig. Der Duca, verworren undbeklemmt, stellte die Lage des Staats dar. Man las einen langenBericht über die zu nehmenden Maßregeln. Ein Redner übernahmcS, die Vorschläge noch weiter auseinanderzusetzen. Während seinerRede hörte man ein paar Flintenschüsse vor dem Palast. Einigesagten, sie kämen von Leuten ans dem Volke, um den GroßenRath zu schrecken; Andere, die Sklavonier brennten ihre Flinte»ab, die sie eben aushändigen müßten. Aber die Verwirrung,welche durch jenen Knall im ganzen Saale entstand, war unbe-schreiblich. Die Glieder des Großen Raths sprangen von ihrenSitzen auf und schrien: „Abgestimmt! ab gestimmt!" Fünf-hundert und zwölf Stimmen waren für den Beschluß, der das Lebender venedischen Republik endete, zwölf dagegen und fünf null.
Der Große Nath eilte hastig von einander. Die Erschrockenstenflüchteten sogleich ihren Wohnungen zu; einige Personen bliebenbeim Duca, und die alte Regierung war ausgelösct, ohne daß mauetwas Anderes an deren Stätte hatte. Das Volk vor dem Palastschrie durch einander: „Es lebe die Freiheit! Es lebe