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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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aber, dem Fremden, wie dem Einheimische», in ihren Absichtenunerforschlich blieb; jene Diktatur, die für ihre Zwecke nicht Be-stechung, nicht Wortbruch, nicht Meuchelmord scheute, und zurVollstreckung ihrer Rathschlüsse immer den blinden Gehorsam bereitfand, ließ sich weder durch Gunst noch Ungunst des Glücks berau-schen oder erschrecken, und blieb in ihren Maßregeln eben so folge-recht, als in ihren Vorsätzen unabänderlich.

Man kann nicht läugncn, in der ganz eigeuthümlichcn Aus-bildung dieses Zehncrraths, in seiner Allwissenheit, welcher dieAugen zahlloser Spione in allen Ständen dienten, in seiner Schreck-lichkeit, vor welcher der Duca, wie der ärmste Gondelier, zu zit-tern Ursache hatte», in seiner Verborgenheit, mit welcher er Allesverrichtete, ohne irgendwo sclbsthandelnd zu erscheinen, in seinerVerantwortungslosigkeit, daß er, wenn ein Patrizier auf seine»Befehl aus der Welt geschafft ward, dem Großen Rath nur meldenließ, es sei ein Platz leer: —darin lag die ganze Spannkraftdes venezianischen Staatsgetriebcs. Man sollte billig erstaunen,daß Volk und Adel, willig und ununterbrochen, solche Gewalt-herrschaft duldeten, wen» man nicht wüßte, wie groß die Machtder Gewohnheit wäre; oder wie schweres gewesen sein würde, diegesetzliche Schreckensherrschaft, nachdem sic sich in ihrer schauder-haften Stärke entwickelt hatte, wieder zu vernichten.*) Zudemstand sie als Grundthcil der Staatsvcrfassung da, und der Adelwollte lieber diese, denn Verschwörungen in seiner eigenen Mitte,oder von Seiten der Plebejer, zum Umsturz seiner Hoheit fürchten.

Noch darüber könnte man sich wundern, daß die Zehnmännernie auf den Gedanken kamen, sich selbst der Oberherrschaft auf

') Man versuchte eS mehrmals im Großen Rathc (im Jahr 1408,1582, 1628) den drei StaatSinquisttorcn das Recht über Lebenund Tod der Patrizier z» nehmen; doch vergeblich.

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