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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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0» das Zarteste der Menschheit rühren, welche im Unsichtbaren undGeistigen der Nationen Gewalt üben, und welche das geheimniß-volle Getriebe der Weltereignissc, nämlich politische und religiöseNebcrzeugnngen und Bedürfnisse der Nationen, nach dem Systemeines Philosophen oder Jesuiten regeln wollen?

Jene prahlerische goldene Inschrift ans der Stirnseite des Kol-legiums Ghislieri in Pavia: Gott hat's begonnen (näm-lich Papst Pius VI und Cäsar vollendet (nämlich KaiserFranz I.), wird umgekehrt mit größerer Wahrheit einst über dieGeschichte des neunzehnten Jahrhunderts gesetzt werden können:die Fürsten haben begonnen, Gott hat vollendet.

Aller Klugheit zum Hohn schlingt sich der Knoten der Verhält-nisse unauflöslicher.

Aber die unsichtbare Hand, die ihn geschlungen hat, wird ihnwieder lösen. Niemand sieht das gehcimnißvolle W ie voraus. Unddie da meinen, ihr Wille lenke die europäischen Bestimmungen,sind, ohne cs zu wissen und zu wollen, nur todte Werkzeuge inunsichtbarer Hand. Mir ist's, als gehe Europa einer großer» Krisisentgegen, denn die war, welche wir schon überlebt haben. Diekommende überleben wir kaum. Unsere Kinder werden handeln.Vieles wird vergehen, was menschlicher Blödsinn für unvergänglichhält und der ohnmächtige Stolz der Sterblichen vergebens zu ret-ten sucht.

Die Ruhe der Welt kann aber erst dann wieder fester hervor-treten, wenn die feindseligen Elemente, die jetzt fast in allen Neichengegen einander streiten, sei es durch die Weisheit großer Staatcn-führer, sei es durch die Gewalt des Schicksals, mit einander ver-söhnt find. Thöricht ist die Einbildung, Eins könne vom Anderngänzlich vernichtet werden! Darin besteht die Versöhnung, daßsie sich einander durchdringen und damit gegenseitig mäßigenund binden müssen.