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Italien, Frankreich und Spanien wurde» Europa's Lehrerdurch Wort oder Werk. Die italienische Sprache beherrschte langedie Handelsstädte und Küsten des Mittelmeeres und des schwarzenMeeres, so wie die spanischen beiden Indien. Dann trat die fran-zöstsche übermächtig hervor.
Ohnedem sind die Zungen der meisten dieser Nationen romanisch-galischer Abkunft. Die Sprache der einen wird daher leichter vonder andern erlernt nnd. verstanden, als jede andere, besonders alsdie germanische oder slavische Zunge des Nordens. Die Spracheder Engländer steht zwitterhaft mitten inne.
Unstreitig ist, dieser Verwandtschaft willen, weit mehr Wechsel-wirkung nnd Gemeinschaft bei den südlichen Völkern unter sich,als Gemeinschaft mit den germanischen und slavischen Nationen.Die italienische, spanische nnd französische Literatur sind gewisser-maßen eine Art Gemeinguts Aller dort. So durchdringen sichjene Südvolker vorzugsweise mit ihren Ideen. Vorstellungsartcnund Ansichten des Lebens empfangen die Familienähnlichkeit ihrerSprachen. Was weiß die welsche Welt von unscrm Klopstock,Schiller, Wieland, Herder, Göthe, Voß, Müller? SelbstSyakspeare nnd Byron erscheinen ihnen fremd, wie seltsameZerrbilder. Sie nennen den Namen Kants, wie den eines altenScholastikers; von Fichte und Schelling sprechen sie nicht.
So dürfen wir uns nicht wundern, daß bei romanischen Völ-kerschaften, wo der mildere Himmelsstrich ohnehin mehr zum öffent-lichen Leben führt, Frankreichs Staatsumwälzung allgemeine nndschnelle Nachfolge erweckte, während im Norden die Völker ruhigblieben, wenn sie schon, bei höher gestiegener Bildung, bescheideneAnsprüche nnd Hoffnungen auf Rechte machten, die solcher Bil-dung besser, denn die alten, zum Theil morsch gewordenen In-stitutionen, entsprechen.