Druckschrift 
Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
Entstehung
Seite
286
Einzelbild herunterladen
 

geht vorzugsweise daraus' hervor, weil jede Srele ein-gesteht, sic müsse nach Erkcnntniß jener Dinge streben,deren Unwissenheit ihr schädlich sey; und auch in denmühvollsten Lagen nnabläßig ringen, die Schwierigkei-ten recht zn thnn, immer mehr zu überwältigen, undnicht weniger den Beystand des Schöpfers' anstehcn, da-mit sic im Kampf unterstützt werde, welchen Kampf ent-weder durch sein äusseres' Gesetz, oder durch die geheimeSprache des Gewissens' Gott ihr zur Pflicht gemacht hat,auf daß die Glorie höchster Seligkeit bereitet werde den-jenigen, die triumphiren über den, welcher den erstenMenschen durch die schändlichste Uebcrrcdung überwun-den, und zu diesem gegenwärtigen Elende verleitet hat;zu einem Elend, welches' diese nun auf sich nehmen, umden Verführer vermittels des' rühmlichsten Glaubens' zubesiegen: denn groß ist wahrlich der Nahm eines Strei-tes', in welchem der Teufel gerade durch Erduldung jenerStrafe besieget wird, in welche, durch Verführung denMenschen gebracht zu haben, er sich rühmet. Wer aberdiesem Kampfe ans' leidenschaftlicher Liebe zum Lebensich entzieht, kann mit Recht die Schande, aus'seinemangewiesenen Dienste getreten zn scyn, nicht dem Befehldes Königs znschreiben, sondern wird, unter dem HerrnAller stehend, an einen ihm geziemenden Ort im Gebietedesjenigen verwiesen werden, dessen schändlichen Solder dergestalt gcliebct hat, daß er den ihm von Gottbestimmten Posten verließ. Wenn aber Seelen, welche