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Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
Entstehung
Seite
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nicht-? unwidersprechlich giebt aber auch gegen seine»Willen eine solche Antwort/ wer das' Nichtseyn für sicherwählt. Doch/ um über diese Sache in jeder Hinsichtzu rede»/ wie ich denke/ halte ich dafür/ Keiner/ dersich selbst töde/ oder wie immer sich den Tod wünsche/fühle/ daß er nach dem Tode nicht mehr seyn werde/wenn gleich mitunter auch eine solche Meinung deinSelbstmord zu Grunde liegen kann: denn jede Mei-nung beruht wenn nicht auf dem Jrrthum / aufder Wahrheit der Beweise/ oder auf der Wahr-heit des' Glaubens: das Gefühl aber hat seine Kraftvon der Gewohnheit/ oder der Natur. Daß aberGefühl und Meinung mit einander in Widerspruchkommen können/ leuchtet schon daraus hervor / daß wiretwas für Pflicht halte»/ und dennoch ihr entgegenhandeln/ wo so zu handeln uns angenehm ist. Auchist mitunter das' Gefühl wahrer als die Meinung/ wennnämlich diese irrig/ jenes aber natürlich ist/ wiez. B. der Kranke an Kaltem/ welches gerade ihm zu-träglich ist/ Wohlbehagen hat/ obgleich er meint/ derTrunk desselben werde ihm schädlich seyn. Oft istdie Meinung wahrer als das Gefühl/ wenn nämlichder Kranke/ obwohl ihm ein kalter Trunk erwünschlichaber wirklich schädlich wäre/ dem Arzte glaubt/ daß erschädlich sey. Auch können Gefühl und Meinung wahrseyn/ wenn nämlich das Nützliche nicht bloS als solchesanerkannt/ sondern auch als Gegenstand des Vergnügens