unschuldige Bewegung der Seele? Evod. Nein/ich rüge nicht eine unschuldige Bewegung der Seele;aber ich weiß nicht/ ob das unwandelbare Gut verlassenund zu wandelbaren Dingen sich hinneigcn/ auf irgendeine Weise zu beschuldigen sey. Aug. Du rügest also/was dir unbekannt ist. Evod. Lasse doch den Wortstreit:ich sagte ja/ ich weiß nicht/ ob sie beschuldiget wer-den könne/ und sagte cs, um zur gewissen Einsicht zu ge-langen/ daß sie beschuldiget werden müsse: denn dasWort/ ich weiß nicht/ zeigt ja offenbar an/ wie lä-cherlich mir selbst vorkomme / an einer so einleuchtendenSache noch zu zweifeln. Aug. Gicb acht/ ob eine Wahr-heit/ welche dich so bald vergessen läßt/ was du ebengesagt hattest/ so durchaus einleuchtend sey: wenn diegenannte Bewegung natürlich/ oder nothwcndig ent-springt/ kann sie ja auf keine Weise beschuldiget werden:du bist aber gleichwohl ganz überzeugt/ daß sie beschul-diget werden müsse/ indem Zweifeln über eine so ge-wisse Sache dir lächerlich erscheine» würde? Wie kannstdu also/ wenn nicht behaupten/ doch als zweifelhaft zu-geben daS/ von dessen Unwahrheit du anschaulich über-zeugt bist? Du sagtest ja/ wenn der frcye Wille so gege-ben worden sey / daß eine solche Bewegung natürlich er-folge/ nehme er nothwcndig jede seiner Richtungen/ undSchuld könne unmöglich statt finden / wo Natur undNotwendigkeit vorherrschen. Du hättest aber nicht ein-mal daran zweifeln sollen / ob er so gegeben worden
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