Wer demnach im Unmuth über ein höchst unglücklichesDascyn das' Leben sich nimmt/ wähnt durch eine solcheHandlung aus der unerträglichen Unruhe zur Ruhe/aus dem unvollkommenen Daseyn also zu einem voll-kommncrn zu gelangen. Seine Absicht geht demnachnicht auf das Nichts'/ sondern auf das SeyN/ under irrt sich nur in seiner Meinung/ oder Vorstel-lung des SeynS/ nicht im Gefühle desselben. Wenndaher am gänzlichen Nichtseyn unmöglich Jemand Wohl-gefallen finden kan»/ so ist schlechterdings jeder ver-pflichtet für jegliches / auch das allernnscligstc Dascyndem Urheber alles SeynS zu danken; folglich Gott inallen Dingen/ selbst in Bezug auf das' unglückseligsteDaseyn/ lob - und preiswürdig zu halten.
Indem nun im ganzen All der Dinge jedes Wesendie Stelle entnimmt / für welche cs tüchtig und würdigist/ und vom höchsten bis zum niedersten die allcrzwcck-mäßigste Ordnung herrschet/ so / daß weder ein Wesenaufgehoben/ noch eines an die Stelle des andern gesetztwerden könnte/ ohne daß das Ganze unvollkommnerwürde; und da übcrdicß das allcrnnvollkommenstc Scynviel vortrefflicher ist/ als das' NichtscyN/ muß jedervernünftige Beobachter der Dinge die gegenwärtigeEinrichtung der Welt als die beste und vollkom-menste finden / die nur immer möglich war: denn werdas Gcgentheil behaupten wollte/ müßte annchmcn/entweder daß irgend eine Vollkommenheit nicht cxistire/