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Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
Entstehung
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ein; indem nämlich die menschlichen Handlungen als das,was sic sind; folglich nicht als bloße Natnrwirkun-gen, sondern als Offenbarungen der menschli-chen Freythätigkcit von Gott vorausgcwußt-wer-ben. Wie z. B. derjenige, den Gott selig macht, nichtohne, oder gegen seinen Willen, selig wird, obwohl dieSeligkeit nicht von seinem freycn Willen, sondern vonGott herkommt; so Hort auch die Handlung, welcheGott als eine freye vorauSerkennt, durch dieses Voraus-wissen Gottes nicht auf, eine freye Handlung zu scyn,sondern wird vielmehr dadurch nothwendig freyeHandlung. Statt daß also das Vorwisscn Gottesdie menschliche Freyheit aufhöbe, wird diese durch das-selbe vielmehr bestätiget, indem ein freycr Wille, vondem Gott weiß, baß er ein srcyer Wille scyn werde,nicht aufhvren kann, ein srcyer Wille zu scyn, falls dasgöttliche Vorwissen ein wahres und kein trugliches ist,welches Letztere nicht einmal ein Wahnsinniger behaup-ten würde: denn wer sagen wollte, die Freyheit desWillens würde dadurch aufgehoben, mußte auch'sagcn,der Wille würde aufgehoben, indem die Freyheit imWillen nothwendig liegt; er müßte also behaupten,cs werde durch Gottes Vorwisscn aufgehoben, was' durchGottes Vorwissen gesetzt wird; also mit sich selbst inin den auffallendsten Widerspruch gerathen. Die Sachewird deutlicher durch folgende Vergleichung: wennich gewiß weiß, ein anderer werde sündigen, ist dieses