ohne Willen geschehen wäre. Dem zufolge wäre / fallsder Mensch nicht einen frcycn Willen hätte/ die Beloh-nung nicht weniger/ als die Strafe ungerecht. Alleinsowohl in der Belohnung / als in der Strafe sollte sichdie Gerechtigkeit als eines jener Güter offenbaren/ welcheunmittelbar aus Gott entspringen/ und somit leuchtetein/ warum Gott dem Menschen einen frcycn Willenhabe geben müssen.
II.
Evod. Ich gebe z»/ Gott habe den freyen Willengegeben: aber scheint cS denn nicht/ als hätte derselbe/welcher nur zum GuteSthun gegeben wurde/ so wenig/als die Gerechtigkeit/ die auch zu einem guten Lebengegeben ist/ sollen zum BöseSthun mißbraucht werdenkönnen? Wer vermag vermittels seiner Gerechtigkeit einböses Leben zu führen? Wenn also der freye Wille nurzum GuteSthun gegeben worden ist/ sollte vermittels des-selben zu sündige» unmöglich seyn. Aug. Ich hoffe/Gott werde verleihen/ daß ich deine Einwendung beant-worten könne/ oder vielmehr/ daß du dir sie selbst be-antwortest/ nachdem die Wahrheit/ welche/ wie sonstNiemand lehret/ dich innerlich wird erleuchtet haben.Indessen sage nur vorläufig/ ob / da du/ rücksichtlich mei-ner früher» Frage/ gewiß und anschaulich überzeugt bist/Gott habe uns den freyen Willen gegeben/ etwa nichthätte gegeben werden sollen/ was nach unscrm Dafür-