Druckschrift 
Bd. 1 (1824) Freyheit des menschlichen Willens
Entstehung
Seite
87
Einzelbild herunterladen
 

Wesen eingebildeten Formen/ oder Zahle»/freundlich und lieblich uns anspricht: denn von demvollkommensten Geschöpf bis zu dem unvoll-kommensten hinunter ist jedem Dinge eine ei-gen thüm liehe Urform/ eine eigene Zahl/ cinge-prägt/ durch die es allein zu bestehen vermag; ja dieSchönheit aller Dinge ist die Verwirklichung ihrerUrformen/ oder Urzahlen/ und das Wesen jeder Kunstist das Sich selbst bewegen/ das Lebendig werdeneiner ursprünglichen Form/ oder Zahl. Nur müssen wiraber nicht beym Gewordenen verweilen/ sondern vonder Erscheinung zum ScyN/ d. i. zur Form/ undvon dieser zur Urform emporsteigcn/ um in der unwan-delbaren Wahrheit/ alle Wahrheiten/ und in diesen jenezu begreifen/ was Sache der Weisheit ist. Wenn nundas Scyn eines jeden Dinges/ und somit alles Gutedesselben in seiner Urform/ oder Zahl besteht/ diese abereinzig auS Gott ist/ wird in die Augen springen/ wiealles Gute einzig aus Gott seinen Ursprung habe. DieForm / oder Zahl des unvollkommensten Geschöpfes isteine Offenbarung der ewigen Urform/ und was nurimmer Lob - und PrciSwürdigcS im Weltall gefundenwird/ ist ein Theil der Preis - und Lobwürdigkcitdes Schöpfers. Beyde Sache also sind demnach so ge-wiß/ als dem Menschen hienieden etwas gewiß scynkann/ nämlich die Sätze: Gott ist/ und alles Gutehat aus Ihm seinen Ursprung.