85
nicht von Ihm Vollkommenheit erhält/ indemdurch Zuwendung zu ihr der Mensch weiseund tugendhaft; durch Wegwcndung vonihr thöricht und lasterhaft wird; ja/ da siedie einzige Quelle ist/ aus der die reinste/lauterste und vollkommenste Seligkeit flie-stet, eine Seligkeit/ die mit keinen andern Gü-tern/ und mit keinen andern/ wenn auch noch sohoch gepriesenen Genüssen und Freuden des' Men-sche»/ verglichen werden kann. Denn diese unwan-delbare Wahrheit ist das' ewige Wesen der Weis-heit ; in der Weisheit aber wird erkannt und er-faßt das h öchstc Gut; in der Erkenntniß undErfassung des höchsten Gutes ist gegrün-det der Genuß wahrer Seligkeit. Dcßhalbwendet stch das gesunde und starke Aug des mensch-lichen Geistes selbst von unwandelbaren Wahr-heiten hin zu der Wahrhcit der Wah rh eiten/in derselben alle Wahrheiten / alle wahren Güter er-fassend/ erkennend und g e n ie sse nd. DieWahrheit der Wahrheiten aber-ist Gott;unser Gott/ der Mensch geworden ist/und gesprochen hat: wenn ihr in meinemWorte bleibet/ werdet ihr die Wahr-heit erkenne»/ und die Wahrheit wirdeuch frc» machen. Daher beruht auch desMenschen Frcyhcit in Gott/ und besteht