ist hierin» die dcinige; denn auch ich bin der Meinung,alle Sünden seycn in der Einen Sünde enthalten, wel-che begangen wird, so oft irgend ein Mensch von gött-lichen und unwandelbaren Dingen hinweg, und zu wan-delbaren und unstetigen sich hinwcndct; den», obgleichdiese Dinge in der ewigen Ordnung auch ihre nothwen-digc Stelle, und in derselben auch ihre cigcnthümlicheSchönheit haben, kann gleichwohl nur eine verkehrteund unordentliche Seele der Begierde nach ihnen fröh-»cn, zumal die menschliche Seele, nach ihrem Wohlge-fallen solche zu regieren, im Reiche Gottes eiir cigen-thnmlichcs Vorrecht hat. Auch scheint mir zugleich aus-gemacht und einleuchtend genug, was' die zweyte Fragebeabsichtigte, woher nemlich das Uebclthnn seinen Ur-sprung habe; denn dieser liegt zufolge unserer strengwissenschaftlichen Entwikclung, wenn ich nicht irre,in der Wahlfreyheit des Willens. Allein nun ent-steht die Frage, ob diese Wahlfreyheit, durch welcheoffenbar unser Vermögen Nebel zu thun, oder zu sündi-gen, bedingt wird, vom Schöpfer uns gegeben wer-den mußte? denn ohne eine solche Wahlfreyheit hät-ten wir offenbar niemals gcsündigct; daher ist aller-dings bedenklich, ob nicht eben dcßwegcn Gott als Ur-heber aller dieser Ucbclthaten angesehen werde» müsse?Aug. Ich befürchte eine solche Folge keineswegs; in-dessen wird zu einer gründlichen Untersuchung dieserSache eine andere Zeit erfoderlich. Die gegenwärtige
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten