ler vermnthen konnte — „Nicephorus Briennius, ehemalsCasar, daS gerechte Urtheil ist gesprochen, daß dir als einemVerschwörer gegen das Leben deines rechtmäßigen Herrn undzärtlichen Vaters der Kopf vom Rumpfe gehauen werde. Ichzeige mich dir darum hier, an dem Altar der Zuflucht, gemäßdem Gelübde des unsterblichen Cvnstantins, um dich zu fra-gen, ob du gegen dies Urtheil etwas vorzubringen hast? DeineZunge hat alle Freiheit, für dein Leben zu reden. 'Alles istbereit für diesseits und jenseits. Sieh vor dich durch die Bo-genthüre — der Block ist bereit. Sieh hinter dich, das Beilist geschliffen — dein guter oder böser Platz in der anderenWelt ist bestimmt — die Zeit flieht — die Ewigkeit naht.Hast du was zu sagen, sprich offen — hast du nichts, so nennedein Urtheil gerecht, und geh' hin zum Tod."
Der Kaiser begann seine Rede mit Blicken, die, wie seineTochter saat, gleich Blitzen durchdringend waren, und wennauch seine Perioden nicht gerade der glühenden Lava glichen,so waren sie doch der Ausdruck eines Mannes, der die Allge-walt der Macht hatte, und so machte die Rede nicht nur aufden Verurtheilken Eindruck sonder» auf den Fürsten selbst,dessen schwimmende Augen und zitternde Stimme zeigten, daßer sich von der Wichtigkeit des Augenblicks durchdrungen fühlte.Nachdem sich der Kaiser gefaßt hatte, fragte er den Gefange-nen nochmals, ob er nichts zu seiner Dertheidigung vorzu-bringen habe.
Nicephorus war keiner von jenen verhärteten Verbre-chern, die wegen ihrer Kälte, mit der sie ihre Verbrechen undihre oder anderer Bestrafung betrachteten, die Ungeheuer derGeschichte genannt werden können. „Ich bin verführt worden,"sagte er, auf die K»ie falleud, „und ich bin unterlegen, Zchhabe keine Entschuldigung für meine Thorheit und Undank-