zen bewaffnet war, um jeden etwaigen Befreiungsversuchzu verhindern, geschloffen.
Das Herz der unglücklichen Prinzessin hätte härter seinmuffen, um das Fürchterliche und Peinliche dieser Anstaltenzu ertragen, die gegen das Leben ihres jugendlichen Ehege-mabls gerichtet waren. Als sich der düstere Zug dem Altarder Zuflucht näherte, warf der Kaiser, der gerade im Wegestand, einige in Weingeist getränkte Späne wohlriechendenHolzes in die Flamme deS Altars, die aufflackernd auf einmalalles erleuchtete — den Trauerzug, den Verurtheilten und dieSclaven, die, sobald sie zur Treppe heraufgestiegen waren,ihre Kerzen ausgelöscht hatten.
Das plötzliche Licht des Altars machte dem Trauerzuge,der durch die Halle schritt, den Kaiser und die Fürstinnen be-merkbar. Alle hielten — alle schwiegen. Es war eine Be-gegnung, wie sich die Prinzessin in ihrer Geschichte ausdrückte,wie die zwischen Ulpsses und den Schatten der Unterwelt, die,als sie das Blut seines Opfers getrunken hatten, ihn zwarerkannten, aber das schwache klaglose Wesen der Schatten be-hielten. Auch die Bußgesänge schwiege»; und die einzigeGestalt, die aus der Gruppe hervorstach, war die des riesigenScharfrichters, dessen hohe gefurchte Stirn von der Flammedes Altars gervthet wurde, die sein glänzendes Beil wieder-strahlte. Alerius erkannte die Nothwendigkeit, das Schweigenzu brechen, um etwaigen weiteren Fürbitten für den Verur-theilten zuvorzukommen.
„Nicephorus Bnennius," sagte er mit einer Stimme, die,wiewohl sie gewöhnlich etwas schwer war (weswegen er auchvon seinen Feinden der Stammler genannt wurde), dochbei wichtigen Gelegenheiten wie die gegenwärtige so wohlgemessen und gehalten war, daß man keinen organischen Feh-