Drittes Kapitel.
Der Waräger beurlaubte sich bei dem Grafen von Parisnicht eher, bis ihm derselbe seine» Siegelring eingehändigthatte, der mit gebrochenen Lanzen und dem Wahlspruch „diemein, ge ist noch ganz" bedeckt war. Mit diesem Zeichendes Vertrauens versehen, machte er nun Anstalten, dem ober-sten Anführer des Kreuzheeres den bevorstehenden Kampf an-zuzeigcn, und von ihm im Namen des Grafen Robert undder Dame Brenhilda eine ritterliche Schaar zu begehren, diehinreichend wäre, dem Kampf den Charakter der Ehrlichkeitzu sichern. Die Umstände machten es Hereward unmöglich,sich selbst in das Lager Gottfrieds zu verfügen; und wiewohler viele Waräger kannte, auf deren Treue er bauen durste,so fand er doch unter seinen Untergebenen nicht einen einzi-gen, auf dessen Verstand er sich in dieser kitzlickien Sache ver-lassen konnte. In dieser Verlegenheit schleuderte er. vielleichtohne zu wissen warum, zu Len Garten des Philosophen, woihn das Glück nochmals mit Bertha zusammenführte.
Kaum hatte ihr Hereward seine Verlegenheit mitgetheilt,als der Entschluß der treuen Dirne gefaßt war.