Zehntes Kapitel.
Wir müssen zu den Gefängnissen des Blachernäpallasteszurückkehren, wo die Umstände eine wenigstens augenblicklicheFreundschaft zwischen dem derben Waräger und dem GrafenRobert von Paris gestiftet hatten, die sich einander an Cha-rakter ähnlicher waren, als es beide wohl zugegeben habenwürden. Die Tugenden des Warägers waren alle natürlichund unverfeinert, wie sie die Natur selbst einem Tapferenlehrt, der nie die Fnrcbt kannte, und immer bereit war, derGefahr zu begegnen. Der Graf hingeaen besaß ganz dieTapferkeit, Großmut!, und Lust nach Abcntheuern des gewöhn-lichen Kriegers, vereinigte aber damit die wahren oder fal-schen Vorzüge, welche Männer seines Ranges und Landesdem Geist des Rilkerthnms entlehnten. Der eine konnte demDiamant verglichen werden, der roh aus der Grube kommt;der andere war ein geschliffener und reich gefaßter Edelstein,der vielleicht etwas von seinem ursprünglichen Gehalt ver-loren, aber in den Augen eines Kenners mehr Glanz hatte,als da er »och ein roher Stein war. In dem einen Fallwar die Schätzung künstlicher, in dem anderen natürlicher und